📰 Feeder und NetNewsWire: Warum ich RSS-Reader ohne Big Tech nutze
🧭 Warum dieser Weg?

Ich nutze seit Jahren Feeder auf meinen Android-Smartphones. Die Open-Source-App hat mir damals etwas zurückgegeben, das in vielen modernen Nachrichten-Apps verloren gegangen ist: die Kontrolle darüber, was ich lese und warum ich es lese.
In den vergangenen Jahren hat sich meine eigene Gerätewelt allerdings verändert. Mein Blog war lange stark von ChromeOS und Android geprägt. [ 💻 Als ChromeOS-Fan habe ich lange verteidigt – warum ich Googles neue Richtung nicht mehr mitgehe und 🧭 Das neue Googlebook zeigt mir, warum ich KI nicht im System haben möchte. ] Heute nutze ich verschiedene Plattformen parallel und habe kurz vor dem Release von Android 17 mein neues iPhone 17 Pro zum Daily Driver gemacht. Damit stellte sich für mich eine praktische Frage: Wie nehme ich meine RSS-Feeds auf iOS mit, ohne wieder bei einem stark algorithmisch geprägten Nachrichtenangebot zu landen?
Bei dieser Suche bin ich auf NetNewsWire gestoßen. Die Open-Source-App verfolgt viele der gleichen Grundideen wie Feeder und konnte meine exportierten Feeds problemlos übernehmen.
Dieser Artikel ist keine Anleitung. Ich möchte vielmehr erklären, warum ich mich aktuell für diese Kombination entschieden habe und warum ich bisher keine plattformübergreifende Lösung gefunden habe, die meinen Vorstellungen von Kontrolle, Privatsphäre und Einfachheit entspricht.
⚖️ Die Zwickmühle: Android, iOS und die Suche nach einer passenden Lösung
Mein Weg zu dieser Kombination war weniger geradlinig, als es hier vielleicht den Anschein hat.
Viele Jahre war ich tief im Google-Ökosystem unterwegs. Gerade auf Android und ChromeOS war das für mich lange eine naheliegende Entscheidung. Mit der Zeit haben sich meine Prioritäten allerdings verschoben. Themen wie KI-Integration, fehlende Einflussmöglichkeiten auf bestimmte Funktionen und die zunehmende Bedeutung algorithmischer Inhalte spielen für mich heute eine größere Rolle als noch vor einigen Jahren.
Auf Android habe ich deshalb mit Feeder eine Lösung gefunden, die genau das Gegenteil verkörpert: keine Werbung, keine Empfehlungen und keine Versuche, meine Aufmerksamkeit zu steuern. Die App lief über Jahre zuverlässig auf meinen Geräten und gehört bis heute zu den Anwendungen, die ich an Android am meisten schätze.
Der Wechsel des Hauptgeräts auf das iPhone hat diese Gewohnheit allerdings unterbrochen. Nicht weil Android für mich plötzlich unbrauchbar geworden wäre. Vielmehr befinde ich mich aktuell in einer Phase, in der ich verschiedene Plattformen bewusst miteinander vergleiche und für jeden Bereich nach Lösungen suche, die zu meinen Prioritäten passen.
Einige meiner langjährigen Leser werden sich an dieser Stelle vermutlich fragen, warum ich nicht einfach beim Pixel 8 Pro geblieben bin und dort künftig auf GrapheneOS setze. Die kurze Antwort ist, dass für mich nicht nur Software, sondern auch das Gerät selbst eine Rolle spielt: Das Pixel war mir auf Dauer schlicht etwas zu groß, während das iPhone 17 Pro für mich aktuell die angenehmere Größe mit einer ebenso überzeugenden Kamera verbindet.

Gleichzeitig beschäftige ich mich beruflich und privat mit sehr unterschiedlichen Plattformen. Für mich gehört es deshalb dazu, Android, iOS, macOS, Windows und Linux nicht nur aus der Distanz zu beobachten, sondern sie regelmäßig selbst zu nutzen. Technik und dieser Blog sind für mich schließlich auch ein Hobby.
Auf iOS gibt es Feeder nicht. Also begann die Suche nach einer Alternative. Am Ende landete ich bei NetNewsWire, weil die App viele der Eigenschaften mitbringt, die ich bereits an Feeder schätze.
Für meine heutige Nutzung kommt noch ein weiterer Punkt hinzu: NetNewsWire läuft nicht nur auf dem iPhone, sondern auch auf iPadOS und macOS. Gerade weil ich inzwischen zwischen mehreren Plattformen wechsle, passt das deutlich besser zu meinem Alltag als eine Lösung, die ausschließlich auf dem Smartphone existiert.
Diese Lösung hat klare Grenzen. Beide Anwendungen funktionieren hervorragend auf ihrer jeweiligen Plattform, bilden aber kein gemeinsames Ökosystem. Genau deshalb ist meine aktuelle Lösung bewusst etwas fragmentiert.
🔍 Die Grenzen der beiden FOSS-Apps
Ein Punkt wurde mir beim Wechsel schnell bewusst: Nicht alles an klassischen Nachrichten-Apps war automatisch schlecht.
Algorithmische Vorschläge können durchaus interessante Inhalte sichtbar machen, auf die man selbst vielleicht nicht gestoßen wäre. Diesen Komfort bieten weder Feeder noch NetNewsWire. Dafür bekomme ich etwas anderes: eine Umgebung ohne Werbung, ohne KI-generierte Zusammenfassungen und ohne die ständige Aufforderung, noch einen weiteren Artikel anzuklicken.
Das Prinzip geht für manche Nutzer sogar noch weiter. Viele abonnieren nicht nur klassische Webseiten per RSS, sondern auch die Feeds ihrer bevorzugten YouTube-Kanäle. Dadurch wird RSS für sie weniger zu einem Nachrichtenwerkzeug und mehr zu einem zentralen Ort für Inhalte, die sie bewusst selbst ausgewählt haben.
Auch die Darstellung der Inhalte hat ihre Grenzen. Viele Webseiten liefern über RSS nur Ausschnitte ihrer Artikel aus. In solchen Fällen öffne ich die ursprüngliche Webseite direkt im Browser.

Unter Android habe ich dafür meist IronFox genutzt. Unter iOS öffne ich Artikel heute meist mit Brave. Der Ablauf ist ähnlich geblieben, auch wenn sich die Plattform geändert hat.
Unterschiede gibt es dennoch. Die Darstellung in NetNewsWire gefällt mir persönlich etwas weniger als in Feeder. Während Feeder viele Feeds mit Vorschaubildern und kurzen Anreißern präsentiert, wirkt NetNewsWire deutlich nüchterner.
Das ist nicht meine bevorzugte Darstellung. Gleichzeitig ist es ein Kompromiss, den ich im Alltag deutlich leichter akzeptiere als einen Feed, der von Algorithmen zusammengestellt wird.
🔧 Wie ich damit umgehe – und warum es für mich funktioniert
Der praktische Teil meiner Lösung ist erstaunlich unspektakulär.
Ich exportiere meine Feeds als OPML-Datei aus Feeder und importiere sie anschließend in NetNewsWire. Das passiert nicht regelmäßig und schon gar nicht automatisiert. Meist reicht es aus, die Feeds bei einem Gerätewechsel oder nach größeren Änderungen einmal zu übertragen.

Wenn du Android und iOS parallel nutzt, wirst du diesen Schritt vermutlich gelegentlich wiederholen müssen. Für mich gehört das inzwischen einfach zum Kompromiss dazu.
Wenn du RSS schon länger nutzt, kennst du diesen Punkt vielleicht selbst: Nicht jede kleine Unbequemlichkeit muss automatisch gelöst werden. Manchmal reicht eine Lösung, die zuverlässig funktioniert und die eigenen Prioritäten respektiert.
Feeder auf Android ist schnell, werbefrei und bewusst schlicht gehalten. NetNewsWire verfolgt auf iOS eine sehr ähnliche Philosophie. Beide Apps haben ihre Stärken und Schwächen, erfüllen für mich aber denselben Zweck: Sie geben mir die Kontrolle darüber, welche Quellen ich lese und welche nicht.
Natürlich gäbe es andere Wege.
- Miniflux könnte die Synchronisation vereinfachen, ist aber self-hosted – nix für mich.
- Fluent Reader bietet einen anderen Ansatz, ist aber plattformübergreifend verfügbar.
- Readwise Reader wird häufig als moderne plattformübergreifende Komplettlösung genannt.
Ich habe mich trotzdem nicht weiter in diese Richtung bewegt. Nicht weil diese Lösungen schlecht wären, sondern weil meine aktuelle Kombination bereits das erfüllt, was ich von einem RSS-Reader erwarte.
Vielleicht ist genau das die wichtigere Frage: Suchst du nach der technisch besten Lösung oder nach einer, die im Alltag einfach zu deinen eigenen Gewohnheiten passt?
🎯 Für wen ist dieser Weg?
Vielleicht stehst du vor einer ähnlichen Situation:
- Du nutzt Android und iOS parallel und möchtest deine Feeds behalten.
- Du wechselst von einer Plattform auf die andere und suchst eine einfache Lösung.
- Du möchtest Nachrichten wieder selbst auswählen, statt sie auswählen zu lassen.
Dann könnten Feeder, NetNewsWire oder die Kombination aus beiden einen Blick wert sein.
Beide Anwendungen sind Open Source. Beide konzentrieren sich auf RSS statt auf Empfehlungen. Und beide erinnern mich daran, warum ich RSS trotz aller modernen Alternativen bis heute für eines der angenehmsten Werkzeuge zum Lesen halte.

🏁 Eine bewusste Entscheidung mit Grenzen
Meine aktuelle Lösung ist nicht perfekt.
Die Synchronisation erfolgt manuell, die Darstellung unterscheidet sich je nach Plattform und einige Komfortfunktionen moderner Nachrichten-Apps fehlen vollständig. Trotzdem funktioniert dieser Weg für mich sehr gut.
Vielleicht liegt das daran, dass ich inzwischen weniger nach der perfekten Lösung suche als nach einer nachvollziehbaren. Feeder auf Android und NetNewsWire auf iOS geben mir genau das: einen ruhigen, vorhersehbaren Zugang zu den Quellen, die ich selbst ausgewählt habe.
Ob ich in einem Jahr noch dieselbe Kombination nutze, weiß ich nicht. Im Moment passt sie jedoch zu der Art, wie ich Nachrichten und Blogs lesen möchte. Und manchmal reicht genau das aus.
Über den Autor

Hi! Ich bin Marcel. 🙂
Hauptberuflich arbeite ich als IT-Projektmanager und lebe aktuell in Hamburg. Neben dem Bloggen als Hobby reise ich gerne. Mittlerweile treibe ich wieder recht viel Sport (Ausdauer und Kraft).
Wenn ich mich entspannen will, gehe ich gerne in den Park. Ich schaue mir Filme auf YouTube und Streamingdiensten an, höre gerne Musik auf Apple Music und spiele parallel dazu Diablo 3. Wenn ich meine Lieblingsreiseregion Asien vermisse und das Fernweh überhand nimmt, bin ich gerne in deutschen Beach Bars im Asien-Style mit vielen Palmen. 🙂
Seit 2018 schreibe ich auf diesem Blog über meine Erfahrungen im IT-Bereich. Denn ich helfe gerne anderen Menschen.
Derzeit bin ich mit keinem Betriebssystem so richtig zufrieden und bevorzuge Software, die überall läuft. Am liebsten als Web-App mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

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