My Apps unleashed DE

Ein Blog über Web-Apps, Cross-Platform-Software und bewusste Nutzung im Alltag.

☁️ Google Docs bleibt für mich eines der besten Cloud-Offices

🧭 Warum ich heute anders auf Google Docs schaue

Wenn ich heute einen fertigen Blogartikel in Proton Docs ablege oder eine größere Tabelle mit SoftMaker Office bearbeite, vergleiche ich manche Abläufe noch immer unbewusst mit Google Docs. Das passiert, obwohl ich Google Docs, Google Sheets und Google Präsentationen für meine eigenen Dateien bewusst nicht mehr als Office-Lösung nutze.

Auf den ersten Blick mag das widersprüchlich wirken. Früher gehörten die Anwendungen fest zu meinem Alltag, und eine Zeit lang hatte ich sogar Google Workspace abonniert. Später habe ich mich Schritt für Schritt aus dem Google-Ökosystem zurückgezogen und andere Werkzeuge gefunden, die besser zu meinen heutigen Prioritäten passen.

An dieser Entscheidung hat sich nichts geändert. Mein Blick auf die Software ist mit etwas Abstand jedoch ruhiger geworden, und ich muss Google Docs nicht schlechter machen, um meinen Wechsel zu erklären. Wenn ich die Anwendungen unabhängig von meiner eigenen Entscheidung betrachte, gehören sie für mich weiterhin zu den überzeugendsten Office-Lösungen, die direkt im Browser und auf mobilen Geräten funktionieren.

Dieser Artikel ist deshalb weder eine Rückkehr zu Google noch eine nachträgliche Verteidigung meiner früheren Nutzung. Mich beschäftigt vielmehr die Frage, wie eine Software weiterhin hervorragend sein kann, obwohl ich sie selbst aus guten Gründen nicht mehr verwenden möchte.

💻 Als Google Docs für mich selbstverständlich war

📱 Plattformübergreifend ohne Installation

Während meiner Jahre mit ChromeOS musste ich kaum darüber nachdenken, welches Office-Paket ich nutzen wollte. Google Docs, Google Sheets und Google Präsentationen waren bereits da, liefen direkt im Browser und passten zu der Art, wie ich damals arbeiten wollte. Ich konnte einen Text auf dem Chromebook beginnen, später an einem anderen Rechner öffnen und unterwegs auf dem Smartphone noch eine kleine Änderung vornehmen. Eine Installation war nicht nötig, und das Betriebssystem spielte kaum eine Rolle. Gerade dieser Gedanke hatte mich ursprünglich an ChromeOS begeistert: Solange meine Werkzeuge im Browser verfügbar waren, wurde das Gerät dahinter weniger wichtig.

🤖 Zusammenarbeit ohne Version-Chaos

Die mobilen Apps waren dabei für mich nie nur ein schlechter Ersatz für den Browser. Einen längeren Artikel würde ich weiterhin nicht freiwillig auf dem Smartphone schreiben, doch für Korrekturen, Kommentare, Freigaben oder eine schnelle Änderung in einer Tabelle waren die Apps gut geeignet.

Auf dem Tablet ließ sich damit auch länger arbeiten, ohne dass ich sofort das Gefühl hatte, nur eine eingeschränkte Begleitversion zu verwenden. Hinzu kam die Zusammenarbeit mit anderen. Wenn jemand einen Text gegenlesen sollte, musste ich keine Datei verschicken und später mehrere Versionen wieder zusammenführen. Ich konnte ein Dokument freigeben, Kommentare lesen und Änderungen direkt nachvollziehen. Dieser Ablauf ist mir heute vertraut, war für mich damals aber einer der Gründe, warum sich ein klassisches Office-Paket zunehmend umständlich anfühlte.

Auch Google Sheets war für viele meiner privaten Tabellen mehr als ausreichend. Filter, Formeln, Diagramme und die gemeinsame Bearbeitung waren an einem Ort verfügbar, ohne dass ich mich um Dateiversionen kümmern musste. Google Präsentationen spielte in meinem Alltag eine kleinere Rolle, fügte sich aber nach derselben Logik in das Paket ein. Ich hatte Google Workspace nicht abonniert, weil ich mich besonders eng an ein Unternehmen binden wollte. Das Paket passte damals einfach sehr gut zu meinen Geräten und Gewohnheiten und machte plattformübergreifendes Arbeiten so unauffällig, dass ich über viele Abläufe kaum noch nachdenken musste.


🧩 Der Maßstab, der geblieben ist

Seit meinem Wechsel habe ich mehrere andere Office-Lösungen über längere Zeit genutzt. CryptPad war einige Monate mein zentrales Office im Browser – ein datenschutzstarkes Paket mit eigenen Kompromissen bei der Leistungsfähigkeit. Heute verwende ich vor allem SoftMaker Office, Proton Docs und gelegentlich LibreOffice. Jede dieser Lösungen erfüllt einen anderen Teil meiner Anforderungen.

Trotzdem fällt mir immer wieder auf, dass ich ihre Abläufe mit denen von Google Docs vergleiche. Bei einer neuen Web-App achte ich darauf, wie schnell ein Dokument geöffnet ist, wie selbstverständlich die Oberfläche wirkt und ob ich dieselbe Datei auch auf dem Smartphone sinnvoll bearbeiten kann. Bei Freigaben oder gemeinsamer Bearbeitung denke ich darüber nach, wie wenige Erklärungen dafür bei Google Docs nötig waren.

Das bedeutet nicht, dass jede andere Lösung eine Kopie davon werden sollte. Proton Docs setzt andere Schwerpunkte, CryptPad verfolgt ein anderes Datenschutzmodell, und SoftMaker Office ist als klassische lokale Office-Suite für andere Aufgaben gedacht. Ein direkter Vergleich würde den jeweiligen Programmen deshalb nicht gerecht. Trotzdem hat Google meine Vorstellung davon geprägt, wie unkompliziert ein Cloud-Office sein kann. Browser, Speicher, Freigaben, Zusammenarbeit und mobile Apps greifen so ineinander, dass die Technik im Alltag meist in den Hintergrund tritt.

Bei anderen Lösungen wie Microsoft 365 habe ich das anders erlebt, besonders wenn es um gleichzeitiges Bearbeiten ging. M365 online ist auch immer mächtiger geworden, das muss man Microsoft lassen, hängt den Desktop-Apps jedoch als Power User noch hinterher.

Manche Lösungen bieten mir mehr Kontrolle über meine Daten. Andere funktionieren ohne Internetverbindung besser oder stellen bestimmte Funktionen lokal zur Verfügung. Nur selten fühlt sich das gesamte Paket jedoch so selbstverständlich an wie bei Google Docs.

📱 Google Docs bleibt für mich eines der besten Cloud-Offices

Wenn über Google Docs gesprochen wird, steht häufig die Arbeit im Browser im Mittelpunkt. Das ist nachvollziehbar, beschreibt das Paket aber nur teilweise. Ein plattformübergreifendes Werkzeug funktioniert für mich nicht allein deshalb gut, weil ich seine Webseite unter verschiedenen Betriebssystemen öffnen kann.

Entscheidend ist auch, was passiert, sobald ich den Schreibtisch verlasse. Kann ich auf dem Smartphone einen Absatz korrigieren, einen Kommentar beantworten oder eine Tabelle aktualisieren, ohne zuerst nach einem passenden Gerät zu suchen?

Bei den Office-Anwendungen von Google war das für mich über Jahre hinweg selbstverständlich. Die mobilen Apps ersetzen keinen großen Bildschirm und keine Tastatur, sie müssen das aber auch nicht. Sie übernehmen genau die Aufgaben, die unterwegs sinnvoll sind, und halten die Dateien mit der Arbeit im Browser zusammen.

Gerade darin liegt bis heute eine der Stärken des Pakets. Es versucht nicht, auf jedem Gerät dieselbe Oberfläche abzubilden, sondern bietet einen gemeinsamen Arbeitsbereich, der auf unterschiedlichen Geräten brauchbar bleibt. Wer regelmäßig zwischen Notebook, Tablet und Smartphone wechselt, merkt schnell, wie wichtig dieser Teil einer Office-Lösung sein kann.

Meine heutige Toolbox funktioniert ebenfalls plattformübergreifend, verlangt an manchen Stellen jedoch mehr Aufmerksamkeit. Nicht jedes Programm ist auf jedem Gerät verfügbar, und manche Dateien bearbeite ich bewusst nur am Rechner. Das ist für mich ein akzeptierter Nachteil, ändert aber nichts daran, dass Google diesen Bereich weiterhin sehr gut löst.

🔄 Warum meine Entscheidung trotzdem anders ausgefallen ist

Meine Abkehr von Google Docs begann nicht mit einer fehlenden Funktion. Die Anwendungen sind nicht plötzlich unbrauchbar geworden, und ich bin auch nicht zu einer Alternative gewechselt, die in allen Bereichen mehr kann. Verändert hat sich mein Verhältnis zum gesamten Google-Ökosystem. Über viele Jahre hinweg konnte ich akzeptieren, dass meine Office-Dokumente im selben Konto lagen wie E-Mails, Kalender, Browserdaten und weitere Dienste. Irgendwann fühlte sich diese enge Verbindung für mich nicht mehr so unproblematisch an wie früher.

Die stärkere Integration von Gemini hat dieses Unbehagen verstärkt. Dabei geht es mir nicht darum, jede Form von KI abzulehnen. Ich nutze selbst entsprechende Werkzeuge und sehe durchaus, wo sie hilfreich sein können. Mich stört vielmehr, wenn KI zu einer dauerhaften Ebene in Anwendungen wird, die ich bisher als ruhige Werkzeuge genutzt habe.

Viele Funktionen lassen sich abschalten oder müssen nicht aktiv verwendet werden. Das stellt für mich einen wichtigen Unterschied zu einem Zwang dar, auch wenn sich die Ausrichtung des Produkts dadurch nicht vollständig ändert.

Mein Problem ist deshalb nicht eine einzelne Schaltfläche. Es ist die Summe aus der stärkeren KI-Ausrichtung, der engen Verbindung vieler Dienste und meinem generell veränderten Blick auf große Plattformen.

Diese Punkte wiegen für mich heute schwerer als noch zu der Zeit, als Google Workspace ein selbstverständlicher Teil meines Alltags war. Das Office-Paket ist dadurch nicht schlechter geworden. Geändert haben sich vor allem die Fragen, die ich mir vor einer Entscheidung stelle.

⚖️ Gute Software und die richtige Entscheidung sind nicht dasselbe

Früher hätte ich eine Office-Lösung wahrscheinlich fast ausschließlich danach bewertet, wie gut sie ihre Aufgabe erfüllt. Wenn sie auf allen meinen Geräten funktioniert, lassen sich Dateien einfach teilen, und finde ich mich ohne lange Einarbeitung zurecht, sprach wenig gegen ihre Nutzung.

Diese Fragen sind weiterhin wichtig. Heute kommen jedoch weitere hinzu. Ich achte stärker darauf, wo meine Dokumente liegen, welche Rolle KI im Produkt spielt, wie eng ich mich an ein Konto binde und ob ich mit der grundsätzlichen Richtung des Anbieters gut leben kann. Dadurch kann eine Software fachlich überzeugen und trotzdem nicht mehr zu meinen eigenen Prioritäten passen.

Umgekehrt kann ich mich für eine Lösung entscheiden, die an einigen Stellen weniger bequem ist, weil mir ihre anderen Eigenschaften wichtiger sind. Genau darin liegt für mich kein Widerspruch, denn gute Software und eine gute Entscheidung für den eigenen Alltag sind zwei verschiedene Dinge.

Wenn dir vor allem einfache Zusammenarbeit, eine vertraute Oberfläche, gute mobile Apps und der Zugriff über nahezu jedes Gerät wichtig sind, kann Google Docs weiterhin sehr gut passen. Wer dagegen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, weniger KI im Arbeitsbereich oder eine größere Distanz zum Google-Konto höher bewertet, wird vermutlich andere Nachteile in Kauf nehmen. Keine dieser Entscheidungen ist automatisch bewusster als die andere. Sie beruht nur auf anderen Erwartungen.

🌐 Warum Google Docs weiterhin auf diesen Blog gehört

Viele Leser sind ursprünglich wegen meiner Artikel zu ChromeOS auf diesen Blog gekommen. Für sie gehörten die Anwendungen von Google ebenso selbstverständlich zum System wie für mich. Andere Leser suchen heute einfach nach Programmen, die unter Windows, macOS, Linux, Android, iOS oder direkt im Browser funktionieren.

Nicht jeder möchte seinen digitalen Alltag grundsätzlich neu ordnen. Manche brauchen eine Office-Lösung, die ohne lange Einrichtung verfügbar ist und sich auch mit weniger technischer Beschäftigung nutzen lässt. Andere arbeiten regelmäßig mit Menschen zusammen, die ihre Dokumente ohnehin bei Google teilen. Für diese Situationen wäre es wenig hilfreich, das Paket nur deshalb auszuklammern, weil ich selbst eine andere Entscheidung getroffen habe.

Ebenso wenig möchte jeder für eine verschlüsselte Alternative ein weiteres Abo abschließen oder mehrere Programme für unterschiedliche Dokumenttypen einsetzen. Dein heutiger Werkzeugkasten aus SoftMaker Office, Proton Docs und LibreOffice passt zu deinen Anforderungen, ist aber nicht automatisch einfacher als ein gemeinsamer Arbeitsbereich bei Google.

Ein Blog über plattformübergreifende Anwendungen sollte deshalb nicht nur die Tools beschreiben, die ich selbst täglich nutze. Er sollte auch Lösungen einordnen können, die für andere Leser sinnvoll sind. Entscheidend ist, dass klar bleibt, wo meine Erfahrung endet, wie ich die Software bewerte und warum meine eigene Entscheidung trotzdem anders ausfällt. Gerade bei Google Docs lässt sich diese Trennung gut zeigen. Ich kenne das Paket aus jahrelanger Nutzung und habe sogar dafür bezahlt. Meine heutige Distanz entsteht nicht aus fehlender Erfahrung, sondern aus Prioritäten, die sich während dieser Zeit verändert haben.


🗂️ Warum ich trotzdem bei meiner heutigen Toolbox bleibe

Für größere Tabellen und lokale Dokumente öffne ich heute meist SoftMaker Office. Einfache Texte und überschaubare Tabellen lege ich häufig in Proton Docs oder Proton Sheets ab. Bei CSV-Dateien und bestimmten offenen Formaten greife ich weiterhin gelegentlich zu LibreOffice. Diese Aufteilung ist weniger elegant als ein einziges Cloud-Office. Ich muss wissen, welche Datei in welchem Programm liegt, und kann nicht jede Aufgabe auf jedem Gerät gleich gut erledigen.

Gerade auf dem Smartphone sind manche Abläufe umständlicher als früher bei Google. Dafür passt die Verteilung besser zu dem, was mir heute wichtig ist. Private Dokumente liegen nicht mehr gesammelt in meinem Google-Konto, einfache Dateien kann ich Ende-zu-Ende-verschlüsselt aufbewahren, und für umfangreichere Aufgaben steht mir eine lokale Office-Suite zur Verfügung.

Ich muss dabei nicht so tun, als würden meine heutigen Programme Google Docs in jedem Punkt ersetzen. Das tun sie nicht, sie lösen meine Aufgaben auf eine andere Weise und bringen andere Nachteile mit, die ich derzeit lieber akzeptiere.

🧭 Zwei Perspektiven können koexistieren

Wenn ich heute in einem anderen Cloud-Office einen Text teile, auf dem Smartphone eine Kleinigkeit ändere oder eine Tabelle zwischen mehreren Geräten weiterführe, merke ich noch immer, wie stark Google Docs meine Erwartungen geprägt hat. Manche dieser Abläufe funktionieren dort einfacher als in den Lösungen, für die ich mich heute entschieden habe.

Diese Beobachtung bringt mich nicht dazu, meine eigenen Dokumente wieder zu Google zu verschieben. Sie hilft mir eher dabei, die Software fairer zu beurteilen. Ich muss meine frühere Nutzung nicht abwerten und meine heutige Entscheidung nicht verteidigen.

Google Docs bleibt für mich eines der besten Cloud-Offices, auch wenn es nicht mehr das Office ist, in dem ich meine eigenen Dokumente aufbewahren und bearbeiten möchte.


Über den Autor

Hi! Ich bin Marcel. 🙂

Hauptberuflich arbeite ich als IT-Projektmanager und lebe aktuell in Hamburg. Neben dem Bloggen als Hobby reise ich gerne. Mittlerweile treibe ich wieder recht viel Sport (Ausdauer und Kraft).

Wenn ich mich entspannen will, gehe ich gerne in den Park. Ich schaue mir Filme auf YouTube und Streamingdiensten an, höre gerne Musik auf Apple Music und spiele parallel dazu Diablo 3. Wenn ich meine Lieblingsreiseregion Asien vermisse und das Fernweh überhand nimmt, bin ich gerne in deutschen Beach Bars im Asien-Style mit vielen Palmen. 🙂

Seit 2018 schreibe ich auf diesem Blog über meine Erfahrungen im IT-Bereich. Denn ich helfe gerne anderen Menschen.

Derzeit bin ich mit keinem Betriebssystem so richtig zufrieden und bevorzuge Software, die überall läuft. Am liebsten als Web-App mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

⇨ Unterstütze den Blog und hilf mit! 😉

Hinweise: Bei den kursiv geschriebenen Wörtern kann es sich um eingetragene Marken oder Firmen handeln! Beispiele: Google, YouTube und Android. Alle Marken gehören ihren jeweiligen Eigentümern. Die Nutzung erfolgt ausschließlich zu Vergleichs- und Informationszwecken. Es kann sich aber auch um Fachbegriffe aus der IT-Welt handeln, die an diversen Stellen im Blog beschrieben werden.

Transparenz: Ich nutze KI-Tools (z.B. Proton Lumo und DeepL Write Pro), um Inhalte schneller zu erstellen und Sprache zu optimieren. Für einige Bilder nutze ich Envato Elements im Langzeitabound besitze somit die entsprechenden Medienlizenzen. Das gilt auch für die Erstellung von Logos und Designs mit Canva (inklusive KI-Funktionen), Affinity und GIMP sowie weiteren Open-Source-Tools.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert