My Apps unleashed DE

Ein Blog über Web-Apps, Cross-Platform-Software und bewusste Nutzung im Alltag.

🪟 Warum ich Windows 11 nicht mehr brauche

🌱 Wie ich hier hingekommen bin

Wenn mir das vor vielen Jahren jemand gesagt hätte, dass ich eines Tages kein Geld mehr für Windows ausgeben, hätte ich es für ziemlich unwahrscheinlich gehalten und genau darum verlasse ich Windows 11 heute.

Damals war ich ein großer Microsoft-Fan. Zu Zeiten von Windows 7 habe ich mir als Singlehaushalt Windows 7 Home als 3er-Paket für meine privaten Rechner gekauft: einen Desktop-Gaming-PC und zwei Laptops. Das war eine bewusste Investition, die ich nicht bereut habe. Heute würde ich keinen einzigen Euro für Windows 11 ausgeben.

Diese Veränderung kam nicht über Nacht. Ich nutze Windows seit Windows 3.11, also seit sehr langer Zeit. Meine negativen Erfahrungen stammen aus meinem Alltag als Angestellter mit meinem Windows-Arbeitslaptop, das ich täglich im Büro nutze.

Während ich das schreibe, wird mir bewusst, wie wenig Platz Microsoft in meinem privaten Alltag noch hat. Ich nutze keine spezielle Windows-Software mehr und habe auch keinen aktiven Wunsch nach einem Upgrade. Ich muss lediglich mit dem System arbeiten, das am Arbeitsplatz vorhanden ist. Vielleicht kennst du den Moment, in dem dir klar wird, dass eine Plattform, die du jahrelang genutzt hast, nicht mehr zu dir gehört. Genau das ist bei mir passiert.


🧭 Als Microsoft noch die naheliegende Wahl war

Windows war für mich über Jahre hinweg der Standard.

Von Windows 3.11 über Windows 95, 98, XP, Vista, 7, 8 und 10 – ich habe jede Generation verfolgt, getestet und oft begeistert genutzt. Besonders Windows 7 hat mich damals überzeugt. Es war ein stabiles System mit einer klaren Oberfläche und funktionierenden Hardwaretreibern. Für den privaten Gebrauch war es genau das, was ich wollte.

Als Microsoft Windows 10 ankündigte, sah ich es zunächst als logische Weiterentwicklung. Die Oberfläche erinnerte an Windows 7, aber mit modernen Funktionen. Viele Änderungen erschienen mir zumindest auf dem Papier sinnvoll.

Was ich damals nicht bedacht habe: den Wandel hin zu einem Service-Modell, bei dem Updates nicht mehr optional waren, bei dem Einstellungen automatisch zurückgesetzt wurden und bei dem neue Funktionen eingefordert wurden, die ich nicht wirklich brauchte.

Ich habe das zunächst hingenommen – vielleicht, weil es damals noch funktionierte; vielleicht auch, weil man nicht damit rechnet, dass sich das Verhältnis zwischen Nutzer und Betriebssystem so grundlegend verändert.

🔄 Der stille Wandel im Alltag

Meine aktuellen Erfahrungen stammen nicht aus einem Labortest. Sie stammen u.a. aus der täglichen Arbeit auf meinem Arbeitslaptop.

Unsere IT-Abteilung ist sehr unterstützend und löst viele Probleme schnell und professionell. Einige Punkte, die ich hier anspreche, sind systembedingt und lassen sich nicht durch den Support verbessern. Es geht nicht um einzelne Fehler, sondern um Eigenschaften des Systems selbst.

Meine Situation ist etwas komplexer. Auf der Arbeit nutze ich ein recht neues, gut ausgestattetes Arbeitslaptop mit dem vorkonfigurierten Windows 11. Privat besitze ich ein etwa viereinhalb Jahre altes Lenovo-Ideapad, auf dem ich mittlerweile Fedora Linux installiert habe.

Auf dem privaten Ideapad waren früher verschiedene Systeme installiert. Zunächst lief darauf Windows 10, dann eine Parallelinstallation von Windows 11 mit Linux Mint, später nur noch Linux Mint für einige Monate und jetzt Fedora Linux. Jede dieser Phasen hatte ihre Gründe.

Auf dem Arbeitslaptop hingegen läuft ausschließlich das vorkonfigurierte Windows 11. Auch dort entstehen meine negativen Erfahrungen im Alltag. Der Standby-Modus wurde instabil, die Taskleiste ließ sich auf mehreren Monitoren nicht korrekt ausblenden und der Windows-Dateimanager verhielt sich manchmal anders als erwartet.

Vielleicht hatte ich diese Dinge auch schon früher erlebt, aber unter Windows 7 oder 10 fühlten sie sich wie Ausnahmezustände an. Bei Windows 11 wirken sie wie Standardverhalten. Vielleicht kennst du solche Momente selbst: Man gewöhnt sich an kleine Irritationen, bis einem auffällt, dass sie gar nicht mehr so klein sind.

🪟 Konkret: Was im Alltag nervt

Ich will mich nicht auf eine abstrakte Kritik versteifen. Es geht um konkrete Situationen, die sich täglich wiederholen.

Die Suche im Windows-Dateimanager ist langsam und liefert selten die erwarteten Ergebnisse. Wenn man nach einem Dateinamen sucht, dauert es lange und manchmal werden nicht die gewünschten Ergebnisse angezeigt. Das ist kein großes Drama, aber es unterbricht den Arbeitsfluss immer wieder.

Die Markierung von Dateien funktioniert nicht mehr so, wie ich es von früheren Versionen kenne. Wenn man Text im Dateinamen markieren möchte, wird nicht der gewünschte Bereich erfasst. Eine Markierung von Dateien geht bei automatischem Refresh verloren. Das sind Kleinigkeiten, die sich nur schwer benennen lassen, die im Alltag aber trotzdem stören.

Die Taskleiste auf mehreren Monitoren auszublenden, ist ein bekanntes Problem, das Microsoft mittlerweile selbst eingestanden hat. Man braucht das nicht als Demo, sondern weil es im Alltag funktionieren muss. Wenn es nicht funktioniert, bleibt die Entscheidung, damit zu leben oder nach einer Alternative zu suchen.

Der Standby-Modus ist auf meinem Laptop instabil. Das ist kein einzelner Fehler, sondern wiederholt sich, und es kostet Zeit, die ich lieber anders verbringen würde. Wahrscheinlich kennt man das Gefühl, wenn man den Laptop in den Ruhezustand versetzt und nicht weiß, ob er am nächsten Tag wirklich aufwacht.

Noch auffälliger ist für mich etwas anderes: Mein Windows 7 von vor vielen Jahren war sehr schnell, oft gefühlt schneller als mein heutiges Windows 11-System, obwohl es sich um ein technisch deutlich besseres Notebook handelt. Mein aktuelles Arbeitsgerät ist eine Laptop-Rakete, aber Windows 11 fühlt sich oft behäbig an. Das Starten, das Öffnen von Programmen und das Wechseln zwischen Fenstern nehmen länger als erwartet in Anspruch.

Das ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch der Wahrnehmung. Früher hatte ich auf einem langsameren Gerät ein flüssiges Erlebnis. Heute sitze ich an einer leistungsstärkeren Maschine und muss auf die Behäbigkeit achten.

Für mich ist noch ein anderer Punkt entscheidend, der über klassische Komfortprobleme hinausgeht: Ich will keinen integrierten Copilot, keine Bildschirmaufnahmen, die eine KI alle paar Sekunden macht, und keinen persönlichen Assistenten, der mir immer über die Schulter schaut.

Microsoft nennt diese Funktion Recall und sie gehört zu den sogenannten Copilot+-Features. Ich weiß, dass es Einstellungsmöglichkeiten gibt, aber die Grundidee selbst spricht mich nicht an. Ich habe den Eindruck, dass mein Bildschirm permanent analysiert wird, auch wenn ich das nicht möchte.

Die Reibung ist hier nicht technischer Natur, sondern existentieller. Ich fühle mich überwacht, selbst wenn es nur im Kleinen passiert. Wenn man schon einmal das Gefühl hatte, dass ein Gerät einen beobachtet, dann weiß man, was ich meine.

🐧 Der Weg zu Fedora Linux und macOS

Auf meinem privaten Ideapad lief zuerst Windows 10, dann eine Parallelinstallation von Windows 11 mit Linux Mint, später nur noch Linux Mint für einige Monate und jetzt Fedora Linux. Jeder Wechsel hatte einen Grund.

Mit Linux Mint konnte ich viele der Windows-Probleme umgehen. Das System war stabiler, die Dateiverwaltung vorhersehbarer und die Kontrolle über Updates lag wieder beim Nutzer.

Fedora Linux ist aktuell meine Wahl. Es ist nicht perfekt, aber es passt besser zu meinen Prioritäten. Ich muss weniger darauf achten, dass etwas kaputtgeht, und kann Entscheidungen selbst treffen.

Privat arbeite ich überwiegend an einem Mac. macOS ist ebenfalls ein geschlossenes System, aber die Reibung im Alltag ist geringer. Die von mir angepasste Fensterverwaltung, die Dateiverwaltung, die Stabilität – all das funktioniert für mich einfach besser. Mehr dazu: 🍎 macOS nach meinen Regeln.

Ich brauche heute keine spezielle Windows-Software, keine speziellen Treiber und keine exklusiven Programme mehr. Und vor allem brauche ich keinen Assistenten, der meine Arbeit überwacht. Das war vor Jahren anders, und diese Veränderung ist für mich genauso wichtig wie die technischen Details.

⚖️ Was sich bei mir verändert hat

Früher war die Entscheidung einfach. Windows war die Standardlösung und ich habe sie genutzt, weil es entweder keine ernstzunehmende Alternative gab oder die Alternativen zu viele Nachteile hatten.

Heute ist die Lage anders. Linux-Desktops sind stabil genug für den Alltag. macOS funktioniert zuverlässig, auch wenn ich nicht alles daran mag. Und Windows 11 ist ein System, für das ich heute kein Geld ausgeben würde – nicht, weil es grundsätzlich schlecht ist, sondern weil die Reibung zu groß geworden ist. Ich merke, dass ich mich stärker anpassen muss, als das System mich unterstützt, und dass ich für Dinge, die früher Standard waren, heute Workarounds brauche. Und ich will keine KI, die mir über die Schulter schaut.

Vielleicht ist das bei dir anders. Vielleicht funktioniert Windows 11 bei dir ohne Probleme. Das kann ich nicht beurteilen, ich kann nur berichten, was bei mir passiert ist. Aber ich glaube, dass man selbst spürt, wenn ein System nicht mehr zu einem passt.


🎯 Keine Abrechnung, sondern eine Beobachtung

Es geht hier nicht um Windows 11 als solches, sondern um meine Erfahrung damit.

Vor vielen Jahren war ich ein Microsoft-Fan. Heute würde ich kein Geld für Windows 11 ausgeben. Dazwischen lag keine böse Absicht, sondern eine Entwicklung.

Die Frage ist nicht, welches System das richtige ist, sondern welches System zu einem passt. Und manchmal verändert sich diese Antwort, ohne dass man es direkt plant.

Wenn ich auf meine Arbeitstage schaue, fällt mir auf, dass Windows für mich keine aktive Rolle mehr spielt. Es ist vorhanden, wenn es benötigt wird, aber es ist nicht mehr das System, auf das ich zurückgreife, wenn ich die Wahl habe.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Windows auf diesem Blog verschwindet. Mein Blog heißt My Apps Unleashed und beschäftigt sich mit Web-Apps, Cross-Platform-Software und bewusster Nutzung im Alltag. Viele der Programme, über die ich schreibe, laufen auch unter Windows. Aktuell überlege ich, mit Parallels eine Windows-11-Test-VM auf meinem Mac einzurichten, um Windows-Spezifika von Cross-Plattform-Software, die ich behandle, genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Plattform, auf der ich privat arbeite, bestimmt also nicht, welche Software ich hier vorstelle.

Am Ende bleibt für mich die Feststellung, dass mein Windows 7 schneller war als mein heutiges Windows 11 auf besserer Hardware und dass ich keinen Assistenten brauche, der meine Arbeit überwacht. Das reicht mir heute nicht mehr.


Über den Autor

Hi! Ich bin Marcel. 🙂

Hauptberuflich arbeite ich als IT-Projektmanager und lebe aktuell in Hamburg. Neben dem Bloggen als Hobby reise ich gerne. Mittlerweile treibe ich wieder recht viel Sport (Ausdauer und Kraft).

Wenn ich mich entspannen will, gehe ich gerne in den Park. Ich schaue mir Filme auf YouTube und Streamingdiensten an, höre gerne Musik auf Apple Music und spiele parallel dazu Diablo 3. Wenn ich meine Lieblingsreiseregion Asien vermisse und das Fernweh überhand nimmt, bin ich gerne in deutschen Beach Bars im Asien-Style mit vielen Palmen. 🙂

Seit 2018 schreibe ich auf diesem Blog über meine Erfahrungen im IT-Bereich. Denn ich helfe gerne anderen Menschen.

Derzeit bin ich mit keinem Betriebssystem so richtig zufrieden und bevorzuge Software, die überall läuft. Am liebsten als Web-App mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

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