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🛡️ 9 Monate Office abseits von Big Tech: Meine Erfahrungen mit der EU-Cloud CryptPad

👋 Meine persönliche Ausgangslage

Vor neun Monaten habe ich hier auf dem Blog meinen schrittweisen Abschied von US-amerikanischen Cloud-Diensten angekündigt. Wer meine ChromeOS-Wurzeln kennt, weiß, dass dieser Schritt für mich anfangs kaum vorstellbar war. Die ungefragte Integration von KI-Funktionen bei den großen Anbietern hat meine Sichtweise auf Datensicherheit jedoch stark verändert.

Der Wechsel von Plattformen wie Google Workspace oder Microsoft Office hin zu europäischen Alternativen klingt größer, als er ist – für die üblichen Dinge ist er im Alltag schnell vollzogen. Im privaten Alltag stellt sich schnell die Frage, welche Funktionen man wirklich braucht, um die eigene Datenhoheit zurückzugewinnen. In dieser Zeit ist CryptPad, eine Ende-zu-Ende-verschlüsselte [Wikipedia] Office-Cloud aus Frankreich, zu meinem zentralen Office-Tool geworden.

Dieser Erfahrungsbericht richtet sich bewusst an Privatnutzer. Unternehmensfunktionen oder Vergleiche mit Server-Lösungen klammere ich hier aus. Ich zeige dir, warum ich diesen Weg gewählt habe, was im Alltag wunderbar funktioniert und an welchen Stellen ich auch an die Grenzen von CryptPad gestoßen bin. All das lege ich dir offen dar, damit du selbst einschätzen kannst, ob dieser Weg auch für dich passt.


☁️ Mein Alltag mit CryptPad

Als ich anfing, betriebssystemunabhängiger zu arbeiten, suchte ich – als jemand, der Web-Apps genauso schätzt wie plattformübergreifende Tools – nach einer Lösung, die direkt im Browser funktioniert. CryptPad speichert nicht nur Daten in Europa, die Software verschlüsselt auch jedes Dokument direkt auf dem eigenen Gerät, bevor es überhaupt in die Cloud wandert.

Für meine private Nutzung – und vielleicht auch für deine – deckt die Plattform genau die Bereiche ab, die ich regelmäßig brauche:

  • eine aufgeräumte Textverarbeitung für Anschreiben, Notizen und Artikel
  • eine Tabellenkalkulation für einfache Finanzübersichten, Reisepacklisten und alltägliche Listen
  • eine integrierte Präsentationslösung, die ich privat zwar kaum nutze, die aber grundsätzlich alle wichtigen Funktionen dafür mitbringt
  • einen verschlüsselten Cloud-Speicher für Dokumente, die schlicht niemanden etwas angehen

📝 Im Detail: Kompatibilität und der tägliche Workflow

Wie klappt nun der Wechsel alter Dateien? Der Import und Export von Microsoft Office-Formaten wie .docx oder .xlsx sowie dem Open Document Format (ODF) [Wikipedia] funktioniert ziemlich gut. Komplexe Formatierungen können sich dabei manchmal verschieben, was bei alternativen Office-Lösungen jedoch völlig normal ist. Kommst du aus der Welt von Google Docs, musst du einen kleinen Zwischenschritt einlegen und deine Texte zuerst in ein Format wie .docx exportieren, bevor du sie in CryptPad integrieren kannst.

Da die Office-Anwendungen von CryptPad unter der Haube auf OnlyOffice (Besitzer aus Russland, Entwicklung in Lettland) basieren, erinnert die Benutzeroberfläche mit ihren Menübändern stark an Word oder Excel. Ich habe mich über die Jahre sehr an diese Ribbon-Menüs gewöhnt. Obwohl man auch bei Microsoft teilweise noch sucht, findet man sich von dort kommend in der französischen Cloud schnell zurecht. Die Nutzung im Textverarbeitungsprogramm läuft flüssig und wie gewohnt, setzt aber genau wie bei Word Online oder Google Docs eine stabile Internetverbindung voraus.


⚖️ Die bewussten Trade-offs

Wenn du von Microsoft Office oder Google Workspace kommst, wirst du bei CryptPad auf gewisse Komfortfunktionen verzichten müssen. Es gibt keine ausgefeilte Grammatikprüfung, keine Makros oder Automatisierungen und keine nahtlose Anbindung an Drittanbieter-Apps. Der reine Fokus auf Privatsphäre bedeutet, dass man gelegentlich den einen oder anderen Klick mehr benötigt. Für mich persönlich ist diese bewusste Entschleunigung jedoch ein Gewinn. Ich möchte mich nicht durch tausend verschachtelte Menüs arbeiten müssen, um einfach nur einen Text zu tippen.


👀 Der Blick auf Proton und SoftMaker Office

Da ich für meine Mails, meinen Kalender und als VPN-Lösung ohnehin ein Proton-Abo besitze, behalte ich Proton Docs und Proton Sheets natürlich im Blick. Das Konzept einer geschlossenen, sicheren Umgebung überzeugt mich grundsätzlich, die aktuellen Versionen befinden sich für meinen täglichen Workflow jedoch noch zu sehr im Beta-Stadium.

Wenn ich lokal auf dem Rechner oder mobil arbeite, greife ich gerne auf SoftMaker Office aus Nürnberg zurück, da mich LibreOffice leider häufig nicht ans Ziel bringt. Vor ein paar Jahren habe ich hier auf dem Blog bereits beschrieben, wie man diese Suite auf einem Chromebook nutzt. Ohne das hier noch einmal vollständig aufzurollen: SoftMaker Office füllt für mich genau die Lücken aus, die reine Web-Anwendungen manchmal offenlassen, und ersetzt die dort fehlenden nativen Apps.


🎯 Kurze Einordnung

Mein Wechsel zu CryptPad (Personal für 5 € monatlich und weitere Pakete) war kein Protest, sondern eine Anpassung an meine eigenen Werte. Was ich anfangs als Einschränkung sah, hat sich im Alltag kaum als solche erwiesen. Manchmal ist ein Werkzeug, das nicht mehr verspricht, als es hält, genau das, was ich für konzentriertes Arbeiten brauche. Die französische Cloud schützt meine Daten, sie drängt mir keine KI-Funktionen auf und sie funktioniert plattformübergreifend.

Vielleicht reicht dir das ebenfalls – oder du brauchst mehr. Beides ist legitim.

Wie gehst du im privaten Alltag mit dem Thema Cloud-Office um – bleibst du bei der Bequemlichkeit der großen Anbieter oder suchst du ebenfalls nach europäischen Alternativen?


Über den Autor: Hi! Ich bin Marcel. Hauptberuflich arbeite ich als IT-Projektmanager und lebe aktuell in Hamburg. Neben dem Bloggen reise ich gerne. Wenn ich nicht zu faul bin, treibe ich Sport. Wenn ich mich entspannen will, schaue ich mir gerne Inhalte auf Netflix und YouTube an oder höre SoundCloud und spiele parallel dazu z.B. Diablo 3. 🙂

Moi

Ich habe diesen Blog im Jahr 2018 gestartet, um über meine Erfahrungen im IT-Bereich zu berichten. Denn ich helfe gerne anderen Menschen. Derzeit bin ich mit keinem Betriebssystem so richtig zufrieden und bevorzuge Software, die überall läuft. Am liebsten als Web-App mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

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Hinweise: Bei den kursiv geschriebenen Wörtern kann es sich um eingetragene Marken oder Firmen handeln! Beispiele: Google, YouTube und Android. Alle Marken gehören ihren jeweiligen Eigentümern. Die Nutzung erfolgt ausschließlich zu Vergleichs- und Informationszwecken. Es kann sich aber auch um Fachbegriffe aus der IT-Welt handeln, die an diversen Stellen im Blog beschrieben werden.

Transparenz: Ich nutze KI-Tools wie DeepL Write Pro, LanguageTool Premium, Proton Lumo Plus und Le Chat Pro, um dir neuen Content schneller und komprimierter bereitstellen zu können und um Sprache und Grammatik zu verbessern. Für einige Bilder nutze ich den Inhalt von Envato Elements im Langzeitabonnement und besitze somit die entsprechenden Medienlizenzen. Das gilt auch für die Erstellung von Logos und Designs mit Canva und GIMP und weiteren Open-Source-Tools.


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