✍️ Warum ich heute auf Standard Notes setze – und nicht mehr auf Notion, Keep oder OneNote
✍️ Intro

Ich habe vor ein paar Jahren angefangen, meine täglichen Gedanken und Ziele bewusster festzuhalten. Am Anfang liefen Google Keep und Notion bei mir einfach parallel – praktisch, schnell und immer griffbereit. Objektiv betrachtet hat das gut funktioniert, und lange Zeit habe ich mir auch keine größeren Gedanken darüber gemacht.
Trotzdem fühlte es sich nie nach einem wirklich eigenen Ort an. Eher nach einer Sammlung von Zetteln, verteilt auf verschiedene Systeme, die zwar bequem waren, aber nicht dafür gedacht, persönliche Gedanken über längere Zeit aufzunehmen.
Spätestens als Google Keep plötzlich Gemini integriert hat, wurde mir klar, was mich eigentlich stört. Ich möchte keinen KI-Blick in meine privaten Notizen. Nicht, weil ich etwas zu verbergen hätte, sondern weil Notizen für mich ein Raum sind, in dem Gedanken noch roh sein dürfen. Unsortiert, unfertig und manchmal auch widersprüchlich.
Ich wollte einen Ort, der mir nicht nur technisch gehört, sondern auch gedanklich. Einen Raum, in dem ich schreiben kann, ohne mich im Hinterkopf zu fragen, wer diese Inhalte eventuell noch analysiert oder weiterverwendet.
Durch Zufall bin ich damals auf Standard Notes gestoßen – Ende-zu-Ende-verschlüsselt [Wikipedia], transparent, Open Source und so konzipiert, dass nur ich den Schlüssel kenne. Seitdem hat sich meine Notizenwelt spürbar verändert. Sie ist ruhiger geworden, klarer – und fühlt sich heute tatsächlich wie mein eigener Denkraum an. Inzwischen begleitet mich Standard Notes seit vier Jahren.
Wenn du dieses Gefühl kennst, dass deine Notizen-App näher an dir dran ist, als dir lieb ist, könnte meine Notizen-Story für dich interessant sein.
🧭 Hintergrund: Warum ich überhaupt nach einer neuen Notizenlösung gesucht habe
Ich habe Notizen schon immer als etwas sehr Persönliches empfunden. Nicht zwingend im Sinne von sensibel oder gar „streng geheim“, sondern als Ort, an dem Gedanken noch nicht fertig sind. Ideen, die sich erst sortieren müssen. Ziele, die man für sich klärt, bevor man sie nach außen trägt.
Genau deshalb hat mich irgendwann gestört, wie selbstverständlich ich Google Keep und Notion benutzt habe. Keep war mein schneller Notizzettel für alles, was nicht verloren gehen durfte. Notion habe ich intensiv für Blog- und Videorecherchen genutzt. OneNote kam beruflich dazu, einfach weil es dort gesetzt war.
Parallel dazu habe ich über die Jahre eine Journaling-Methode entwickelt, die mich bis heute begleitet. Ich halte meine Ziele täglich, monatlich, quartalsweise und jährlich fest und reflektiere regelmäßig, was gut gelaufen ist und was nicht. Die Tools konnten das alles irgendwie abbilden – aber sie fühlten sich nie wie ein wirklich privater Raum dafür an.
Was viele heute ein „Second Brain“ [z.B. guter Artikel von extrazwei] nennen, also ein externer Ort für Gedanken, Wissen und Ziele, wollte ich nur mit einem Tool umsetzen, dem ich wirklich vertraue. Und genau das waren Notion, Keep und OneNote für mich auf Dauer nicht. Zu viel Cloud, zu wenig Kontrolle – und vor allem keine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

🔒 Warum das Thema heute relevanter ist denn je
Digitale Privatsphäre ist längst kein abstraktes Thema mehr. KI-Funktionen tauchen in Anwendungen auf, die früher stille Tools waren. Die Gemini-Integration in Google Keep war für mich ein sehr konkreter Wendepunkt.
Notizen sind roh, persönlich und manchmal chaotisch. Und genau deshalb sollten sie nicht analysiert werden – auch nicht „ein bisschen“ für Assistenzfunktionen. Selbst wenn das Ergebnis harmlos wirkt, verändert allein die Möglichkeit der Analyse das Verhältnis zum eigenen Schreiben.
Gerade wenn man Notizen nicht nur als Zettelsammlung nutzt, sondern als persönliches Wissensarchiv, wird eine Frage entscheidend:
Wer hat technisch Zugriff auf meine Gedanken?
💡 Was Standard Notes für mich anders macht
🔐 Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die ich wirklich verstehe
Alles wird lokal verschlüsselt, bevor es synchronisiert wird. Niemand liest mit, keine KI analysiert Inhalte. Nur ich kenne den Schlüssel – und das verändert ganz konkret, wie ich schreibe. Freier, ungefilterter und ohne dieses diffuse Gefühl, beobachtet zu werden.
👐 Open Source als Vertrauensbasis
Der Code ist offen einsehbar. Keine Blackbox, keine leeren Versprechen. Vertrauen entsteht für mich nicht durch Marketing, sondern durch Transparenz und Nachvollziehbarkeit.
🌍 Plattformübergreifend und offline nutzbar
Standard Notes funktioniert vollständig offline, der Sync ist stabil und unaufdringlich. Ich muss mir keine Gedanken darüber machen, ob gerade alles verfügbar ist oder nicht.
🎛️ Einfachheit als bewusstes Feature
Die Apps sind minimalistisch. Schreiben bleibt Schreiben. Anfangs habe ich gezögert, ob mir das auf Dauer reicht. Heute weiß ich, dass genau dieser Verzicht Teil des Konzepts ist.

📘 Meine Erfahrungen aus vier Jahren Nutzung
Was als Journaling begann, wurde allmählich mein zentraler Notizraum. Standard Notes hat Stück für Stück Bereiche übernommen, die vorher Notion oder Keep gehörten.
Meine Journaling-Methode hat sich dabei gut eingefügt. Ich arbeite mit klaren Zielebenen: täglich, monatlich, quartalsweise und jährlich. In Notion wurde das schnell komplex, in Keep chaotisch. OneNote hat alles unnötig groß gemacht – und ist zudem weder Ende-zu-Ende-verschlüsselt noch frei von US-Big-Tech-Abhängigkeiten, was für mich privat ein klarer Wertkonflikt ist.
In Standard Notes läuft das ruhiger. Dafür nutze ich einfache Sub-Tags:
- Ziele/Jahr
- Ziele/Quartal
- Ziele/Monat
- Ziele/Tag
- Reflexion/Journaling
Das reicht. Und genau das ist das Schöne daran. Ein kleiner Nachteil für manche ist, dass Standard Notes, soweit ich weiß, nur auf Englisch verfügbar ist.
Notion nutze ich nur noch gelegentlich, um alte Inhalte zu migrieren. Keep spielt privat keine Rolle mehr. OneNote bleibt beruflich – klar getrennt von allem Privaten.
🧰 Praktische Tipps für deinen Einstieg
- Starte mit ein paar einfachen Notizen
- Nutze Tags und später Sub-Tags für Struktur
- Teste den Sync vor größeren Importen
- Lass alte Tools ruhig eine Zeit lang parallel laufen
📈 Wann du über den Productivity-Plan nachdenken solltest
Für Journaling oder spontane Notizen reicht die kostenlose Version aus. [„Create free Account“]
Wenn du jedoch längere Texte schreibst, recherchierst, Markdown [Wikipedia] oder einen mächtigen Notion-ähnlichen Editor (Standard Notes: „Super“) nutzen möchtest oder deine eigene Ziel- und Reflexionsmethode abbilden willst, lohnt sich der Productivity-Plan. Für mich machen die erweiterten Editoren langfristig einen spürbaren Unterschied.
⚠️ Ehrliche Einschränkungen
Standard Notes ist nicht perfekt:
- nicht die günstigste Lösung
- sehr minimalistische Oberfläche
- bewusst wenige Integrationen
- Exporte weniger komfortabel als bei Notion
Für komplexere Inhalte benötigst du die kostenpflichtigen Funktionen.
🎯 Fazit
Standard Notes hat mein Verhältnis zu digitalen Notizen verändert. Nicht durch spektakuläre Features, sondern durch Zurückhaltung. Keine KI, kein Tracking, keine Spielereien. Einfach ein Ort, der mir gehört.
Diese Ruhe ist für mich heute ein echter Wert.
🧠 Persönliche Reflexion
Vielleicht würde man sagen, Standard Notes ist mein Second Brain. Für mich ist es schlicht der Ort, an dem ich meinen Kopf sortiere – ohne dass jemand mitliest.
🚀 Empfehlung & Ausblick
Wenn dir Privatsphäre, Klarheit und ein ruhiges Notizwerkzeug wichtig sind, probier Standard Notes aus. Wenn du Automationen oder Teamfeatures benötigst, würde ich dir Capacities aus Deutschland empfehlen oder raten, bei Notion oder OneNote zu bleiben.
Wichtig ist nur, dass du bewusst entscheidest.
💬 Zum Schluss
Mich interessiert deine Perspektive:
- Nutzt du Standard Notes?
- Oder bist du bewusst bei Notion geblieben?
- Oder sagst du: „Zu teuer – aber das Konzept überzeugt mich trotzdem“?
Ich freue mich auf deine Meinung. 🙂
Über den Autor: Hi! Ich bin Marcel. Hauptberuflich arbeite ich als IT-Projektmanager und lebe aktuell in Hamburg. Neben dem Bloggen reise ich gerne. Wenn ich nicht zu faul bin, treibe ich Sport. Wenn ich mich entspannen will, schaue ich mir gerne Inhalte auf Netflix und YouTube an oder höre SoundCloud und spiele parallel dazu z.B. Diablo 3. 🙂

Ich habe diesen Blog im Jahr 2018 gestartet, um über meine Erfahrungen im IT-Bereich zu berichten. Denn ich helfe gerne anderen Menschen. Derzeit bin ich mit keinem Betriebssystem so richtig zufrieden und bevorzuge Software, die überall läuft. Am liebsten als Web-App mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

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Hinweise: Bei den kursiv geschriebenen Wörtern kann es sich um eingetragene Marken oder Firmen handeln! Beispiele: Google, YouTube und Android. Alle Marken gehören ihren jeweiligen Eigentümern. Die Nutzung erfolgt ausschließlich zu Vergleichs- und Informationszwecken. Es kann sich aber auch um Fachbegriffe aus der IT-Welt handeln, die an diversen Stellen im Blog beschrieben werden.
Transparenz: Ich nutze KI-Tools wie DeepL Write Pro, LanguageTool Premium, Proton Lumo Plus und Le Chat Pro, um dir neuen Content schneller und komprimierter bereitstellen zu können und um Sprache und Grammatik zu verbessern. Für einige Bilder nutze ich den Inhalt von Envato Elements im Langzeitabonnement und besitze somit die entsprechenden Medienlizenzen. Das gilt auch für die Erstellung von Logos und Designs mit Canva und GIMP und weiteren Open-Source-Tools.
