📝 Warum ich so viel in mein Hobby Content Creation stecke
💭 Die Frage hinter dem Blog

Gelegentlich werde ich gefragt, warum ich so viel Zeit in etwas stecke, das niemand von mir verlangt.
Die Frage lässt sich schneller beantworten, als man denkt, aber die Antwort hat sich in den vergangenen anderthalb Jahren verschoben. Wer heute eine Anleitung sucht, fragt eine KI und bekommt in Sekunden eine Antwort. Blogs werden weniger gelesen, und ich selbst nutze LLMs für genau solche Fragen.
Was eine KI aber nicht leisten kann, ist zu beschreiben, wie sich eine Entscheidung über Monate im Alltag bewährt hat, welche Erwartungen enttäuscht wurden und welcher Trade-off am Ende übrig bleibt. Genau darauf konzentriere ich mich heute: auf persönliche Erfahrungen, Erlebnisse und Entscheidungen, die sich keine Maschine ausdenken kann.
🌱 Wie es anfing
Ich beschäftige mich privat schon immer intensiv mit IT- und Mobilgeräten. Ich suche mir Geräte aus, mache mich schlau darüber und lerne sie kennen. Danach erzähle ich anderen davon, meist ziemlich überschwänglich, und sie fragen mich dann, ob ich jetzt Werbung mache. Das war nie die Absicht – ich zeige, was mir aufgefallen ist, und helfe, wo ich kann.
Wenn ich mich für ein Thema begeistere, bin ich schwer zu bremsen. Ich möchte meinen Enthusiasmus teilen und anderen zeigen, was funktioniert. Vielleicht kennst du das – du findest etwas Tolles und möchtest alle davon überzeugen.
Irgendwann reichte mir das Erzählen allein nicht mehr. Ich wollte das, was ich im Alltag mit Geräten und Software erlebte, so aufschreiben, dass es über ein Gespräch hinaus Bestand hat. Aus diesem Impuls ist mein Blog entstanden, und inzwischen ist mehr daraus geworden: Content Creation als Hobby – Bloggen jetzt, YouTube hoffentlich bald wieder, mit Talking-Head-Szenen vor der Kamera. Was dabei konstant geblieben ist: Ich zeige Dinge, die ich selbst ausprobiert und über einen längeren Zeitraum genutzt habe. Nicht weil ich rezensiere, sondern weil sich beim echten Nutzen Fragen stellen, die in keinem Datenblatt stehen.
🎯 Wo ich mich verbessern möchte
Mir wurde hin und wieder gesagt, ich solle kürzer fassen, mich nicht so sehr ausbreiten, das sei ja keine Doktorarbeit. Das hat eher dazu geführt, dass ich Dinge gar nicht erst aufgeschrieben habe. Vielleicht kennst du das ja auch – man hat etwas zu sagen, aber das Aufschreiben fühlt sich anders an als das Erzählen, weil es verlangt, dass man einen Gedanken zu Ende denkt, bevor jemand nachfragen kann.
Dabei gibt es eine Unterscheidung, die mir wichtig ist. Beruflich dokumentiere ich gerne – Lastenhefte, technische Dokumentation für interne IT-Experten auf Confluence-Seiten, Projektberichte und Kommunikation mit IT-Dienstleistern und Softwareherstellern. Das schätze ich, aber es ist etwas anderes als das, was ich privat mache. Dokumentation ordnet Bestehendes. Content Creation entwickelt etwas Neues. Beides kostet Mühe, beide befriedigen mein Bedürfnis, Dinge aufzuschreiben, aber nur eines davon ist mein Hobby.
Als IT-Projektmanager verbringe ich einen großen Teil meines Tages damit, technische Sachverhalte für Menschen verständlich zu machen, die nicht dieselbe Sprache sprechen. Die Gefahr, dabei zu technisch zu werden, ist groß, und ich kenne sie aus eigener Erfahrung. Wenn ich Kollegen oder IT-Dienstleistern etwas erkläre, merke ich manchmal, dass ich zu tief in Details abgetaucht bin. Das ist kein Drama, aber es ist ein Muster, das ich gerne durchbrochen hätte.
Bloggen zwingt mich, Gedanken so aufzuschreiben, dass jemand anderes ihnen folgen kann, ohne neben mir zu sitzen. Wenn ich im Gespräch erzähle, warum ich ein bestimmtes Tool nutze, entstehen automatisch Zwischenfragen, und ich kann sofort nachsteuern. Im Text muss ich vorwegnehmen, welche Fragen sich stellen könnten, ohne den Leser mit Erklärungen zu überladen. Genau das ist die Übung, die mich weiterbringt: einen Gedanken zu Ende zu denken und verständlich aufzuschreiben, bevor jemand nachfragt.

⚙️ Den Workflow im Blick behalten
Früher hat mich interessiert, was ein Tool alles kann. Heute geht es mir eher darum, ob ein Prozess im Alltag ungebremst läuft. Ich möchte Aufgaben erledigen, ohne ständig an technische Feinheiten denken zu müssen. Auf meinem Fedora-Laptop, den ich als Zweitgerät nutze, versuche ich beispielsweise, möglichst ohne Terminal auszukommen – nicht aus Prinzip, sondern weil ich dort meine Dinge erledigen möchte wie auf jedem anderen Gerät auch.
Das bedeutet nicht, dass ich mich nicht mehr für Technik interessiere. Es bedeutet eher, dass sich meine Fragestellung verschoben hat. Statt „Was kann dieses Tool?“ frage ich „Kann ich damit meine Aufgaben erledigen, ohne ständig an das Tool denken zu müssen?“ Genau dieser Perspektivwechsel ist es, den ich aufschreiben möchte, weil er sich in keinem Datenblatt findet.
Dazu gehört inzwischen auch KI. Ich nutze LLMs für Recherchen, für erste Entwürfe und dafür, meine Texte auf Lücken zu prüfen. Das bedeutet nicht, dass die KI schreibt und ich veröffentliche. Ich gebe die Richtung vor, ich korrigiere, ich entscheide, was stehen bleibt. Die Toolbox ist größer geworden, der Anspruch an mich selbst ist aber derselbe geblieben: Was ich am Ende veröffentliche, muss so klingen, als hätte ich es selbst gesagt.
An dieser Stelle wird sichtbar, was sich im Hintergrund getan hat. Ich lerne, präziser zu beschreiben, was ich will – sowohl gegenüber einer KI als auch gegenüber einem Leser. Wer einer KI sagt „mach es besser“, bekommt nichts Brauchbares zurück. Wer einem Leser sagt „das ist wichtig“, ohne zu erklären warum, erreicht genauso wenig. Je genauer ich formuliere, was mich stört oder was ich erreichen will, desto besser wird das Ergebnis, bei der KI genauso wie im Text. Diese Präzision ist keine natürliche Begabung von mir. Sie entsteht durch Übung, und die Content Creation ist dafür mein Übungsraum.
🎥 Über den Text hinaus
Es geht dabei nicht nur ums Schreiben. Ich plane, demnächst wieder YouTube-Videos zu erstellen, teilweise als Talking-Head-Szenen vor der Kamera. Wer schon mal vor einer Linse gesprochen hat, weiß, wie ungewohnt das ist – man sieht sich selbst beim Formulieren zu, merkt, wo man hakt, wo Sätze unsauber enden, wo man sich im Ausdruck verschluckt. Aufzeichnungen kann man wiederholen, so oft man will, aber genau das ist der Punkt: Jeder neue Durchlauf kostet Zeit und Energie, die nach einem langen Tag und einem vollen Privatleben nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Trotzdem möchte ich diesen Weg gehen, weil mich das Sprechen vor der Kamera vor eine andere Herausforderung stellt als das Schreiben am Bildschirm – und weil ich glaube, dass die Übung, sich verständlich und natürlich auszudrücken, mich auch im Alltag weiterbringt.
⚖️ Was es kostet und was es bringt
Ein Blog, der im Alltag funktionieren soll, kostet Geld – mehr, als man beim Lesen vermuten könnte. Das WordPress-Hosting, ein solides Theme, der Cookie-Banner, ein Cloud-Speicher für Backups und Dateien, Canva für Bilder und Grafiken, Lumo für Recherchen und Entwürfe, Lizenzen für die Software, über die ich schreibe – all das summiert sich. Ob jemand das liest, sieht oder hört, was ich produziere, ist mir deshalb nicht gleichgültig. Rückmeldungen aus der Community zeigen mir, ob ich eine Entscheidung so erklärt habe, dass sie für jemand anderen nützlich ist.
Dabei geht es weniger darum, ob eine bestimmte Software gut oder schlecht ist. Es geht darum, ob die Entscheidung, sie zu nutzen, nachvollziehbar bleibt – und ob ich sie selbst so verständlich formuliert habe, dass ich sie auch vor einer Kamera sagen könnte, ohne in Fachjargon abzudriften.
🧭 Ein Gedanke, der weitergeht
Dokumentation und Content Creation sind für mich zwei Seiten derselben Neigung. Die eine ordnet, die andere entwickelt, aber beide drehen sich darum, Sachverhalte so aufzubereiten, dass andere etwas davon haben. Der Gedanke, über Jahre Inhalte aufzubauen, die später noch einmal nützlich sein könnten, ist für mich kein Plan, der abgearbeitet wird. Es ist eher die Beobachtung, dass sich etwas ansammelt – Erfahrungen, Formulierungen, Übung –, ohne dass ich jeden Schritt vorher wissen musste.
Über den Autor

Hi! Ich bin Marcel. IT-Projektmanager aus Hamburg und Blogger seit 2018. Ich helfe anderen mit Erfahrungen zu Web-Apps und Cross-Platform-Software. Mehr über mich · Blog unterstützen
Hinweise: Bei den kursiv geschriebenen Wörtern kann es sich um eingetragene Marken oder Firmen handeln (z.B. Apple, Fedora, Google). Die Nutzung erfolgt ausschließlich zu Vergleichszwecken.
Transparenz: Ich nutze KI-Tools (z.B. Proton Lumo, DeepL Write Pro) zur schnelleren Inhaltserstellung und Optimierung. Für Bilder nutze ich Envato Elements und Tools wie Canva, Affinity und GIMP.
