My Apps unleashed DE

Ein Blog über Web-Apps, Cross-Platform-Software und bewusste Nutzung im Alltag.

🎨 Komplizierte Bildbearbeitung macht mehr Spass mit KI

🖼️ Warum ich überhaupt an einem Logo sass

Für meinen Zweitblog Needs met Miles made habe ich mir ein kreisförmiges Logo in Canva entworfen. Das ist ein Blog, der sich mit Reisen jenseits der glatten Perfektion beschäftigt, mit Eigenheiten, Gesundheit, Ausrüstung und ehrlichen Erfahrungen.

Der Blog ist momentan nicht öffentlich, ich überarbeite ihn Schritt für Schritt, und das Logo gehörte dazu. Kurz wörtlich zusammengefasst: Bogentext oben und unten, drei Icons in der Mitte, ein doppelter Rand ringsherum. In der Vorschau sah es genau so aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Auf dem Blog, nach dem Export, sah es plötzlich anders aus.


🔍 Was nach dem Export nicht mehr stimmte

Die Bogentexte waren asymmetrisch, besonders das obere Wort „met“ endete zu weit links. Die Farben wirkten flacher und blasser als in der Canva-Vorschau, die drei zentralen Icons — eine Palme, ein Flugzeug, ein Laptop — erschienen kleiner und weniger klar, und der doppelte Rand war kaum noch zu sehen. Das Logo funktionierte, aber es sah nicht mehr aus wie das Logo, das ich entworfen hatte:

Ich kannte den Unterschied zwischen Vorschau und Export aus anderen Projekten, diesmal war er besonders ärgerlich. Der gesamte Reiz des Logos lag in den Details — in der Symmetrie der Bogentexte, in der Klarheit der Icons, im doppelten Rand. Ein kreisförmiges Badge-Logo lebt davon, dass alles ausgewogen ist. Wenn ein Bogentext nur wenige Grad versetzt sitzt, fällt das sofort auf.

Der Versuch, das manuell in Canva zu korrigieren, war frustrierend. Bogentexte lassen sich nicht einfach verschieben — sie folgen einem Pfad, und der Winkel dieses Pfads muss stimmen. Ich habe den Bogen für „Needs met“ und „Miles made“ Pixel für Pixel verschoben, immer wieder neu beurteilt, ob es jetzt symmetrisch aussieht, und gemerkt, dass ich dem ganzen Logo damit eher schade als helfe. Jede Korrektur an einem Element veränderte den Eindruck des gesamten Kreises.

🤖 Zwei Bilder und eine Frage

Nachdem ich genug geschoben hatte, lud ich zwei Versionen des Logos in meine momentane KI meiner Wahl, Lumo AI Pro: die Live-Version auf dem Blog, bei der mich alles störte, und die Canva-Vorschau, die mir gefallen hatte. Die Frage war simpel — kann die KI sehen, was ich sehe, und mir sagen, was ich ändern muss?

Lumo analysierte beide Bilder und identifizierte die Unterschiede: asymmetrische Bogentext-Ausrichtung, unterschiedliche Farbintensitäten, zu kleine Icons, kaum sichtbarer Rand. Sie lag dabei teilweise falsch — sie interpretierte Elemente als fehlend, die tatsächlich vorhanden, nur sehr klein oder schmal waren. Nachdem ich ihr Zoom-Aufnahmen des Logos gegeben hatte, wurde das eigentliche Problem klarer: die Bogentext-Pfad-Ausrichtung in Canva war das Hauptproblem. Genau das, was ich beim manuellen Verschieben schon geahnt, aber nicht sauber isoliert hatte.

Lumo generierte daraufhin ein neues Logo-Bild als visuelle Referenz — mit korrekt symmetrischen Bogentexten. Dieser Entwurf zeigte mir, wie das Logo aussehen könnte, wenn die Texte sauber zentriert wären. Das allein war schon hilfreich, weil ich jetzt ein konkretes Ziel vor Augen hatte statt nur einem vagen Gefühl von „das muss symmetrischer werden“. Auf diesem Bild konnte ich jedoch kein einziges Element mehr verschieben, anpassen oder austauschen, also habe ich es nicht weiter verwendet.

⚡ Der Durchbruch: Ein Prompt statt manueller Arbeit

Der eigentliche Durchbruch war also nicht das generierte Referenzbild. Lumo schlug mir einen Prompt vor, den ich in Canva AI Pro — genauer gesagt in der Magic-Edit-Funktion — verwenden konnte, um mein bestehendes Logo zu bearbeiten. Nicht ein neues Bild von Grund auf neu generieren, sondern das vorhandene gezielt anpassen.

Hier ist der Prompt, den ich verwendet habe. Canva kommt mit englischen Anweisungen offenbar besser klar, die Ergebnisse sind präziser und korrekter, weshalb ich den Prompt in Canva selbst auf Englisch eingeben musste:

Adjust this circular badge logo to match a reference version: Make the curved text 'Needs met' at top and 'Miles made' at bottom more symmetrical on their arcs. Strengthen the colors - make 'Needs met' more vivid blue and 'Miles made' more vivid orange. Make the three center icons (green palm tree on left, gray airplane silhouette in middle, blue laptop on right) clearer and larger with more spacing between them. Enhance the double border - outer dark blue-gray ring and inner orange ring should be more visible. Keep the small 'by MH IT CCC' text below the airplane in light gray. Leave slight natural imperfections so it looks manually designed rather than perfectly aligned. Flat vector style, clean solid colors.

Das Entscheidende war, dass ich der KI genau sagte, was sie wo verändern sollte — und was sie in Ruhe lassen sollte. Wenn du einer KI sagst „mach es besser“, bekommst du nichts Brauchbares zurück. Die Genauigkeit in der Beschreibung machte den Unterschied.

Ich habe den Prompt in Canva AI Pro eingefügt und angewendet. Die Bogentexte waren symmetrischer, die Farben kräftiger, die Icons grösser — die Grundstruktur meines Logos war mit einem einzigen Schritt deutlich näher an dem, was ich mir vorgestellt hatte.

🧹 Was danach noch zu tun war

Canva AI hatte die Elemente zwar verbessert, bei der Bearbeitung aber leider einiges durcheinandergebracht. Die Hintergrundfarbe passte nicht mehr zum Rest des Designs, und die Ebenenreihenfolge der Elemente war verrutscht. Das Flugzeug und die Palme liessen sich nicht mehr anklicken, weil andere Elemente darüber lagen. Ich musste erst die Reihenfolge der Ebenen korrigieren, bevor ich weiterarbeiten konnte.

Das war keine KI, die mir die Arbeit abgenommen hat. Es war eher so, als hätte jemand die groben Formen hingesetzt — und ich musste danach noch aufräumen. Der Unterschied zu früher bestand darin, dass das Hinsetzen jetzt Minuten statt Stunden dauerte. Das Aufräumen blieb manuell, aber es war überschaubar.

Nachdem ich die Ebenen sortiert und die Hintergrundfarbe angepasst hatte, war ich im Prinzip fertig. Die Version, die jetzt auf dem Blog steht, ist diejenige, die nach diesem Durchlauf entstanden ist. Sie ist nicht perfekt, aber sie ist näher an meiner Vorstellung als alles, was ich durch manuelles Pixel-Schieben erreicht hätte.

✂️ Eine frühere Erfahrung, die plötzlich Sinn ergab

Dieses Problem mit den verrutschten Ebenen war nicht das erste Mal, dass Canva AI bei der Bearbeitung etwas durcheinandergebracht hat. Einige Zeit zuvor hatte ich ein Hero-Bild für den Artikel 🎬 Adobe Creative Cloud: Cut the cord – auch ich habe es geschafft generieren lassen — eine Hand, die mit einer Schere ein Band durchschneidet. Canva AI Pro legte das Band dabei über die Schere statt zwischen die beiden Schneiden. Das Bild sah auf den ersten Blick gut aus, aber wer genau hinsah, merkte, dass die Physik nicht stimmte.

Damals konnte ich das Problem lösen, weil das Band auf einer separaten Ebene lag. Ich habe es so verschoben, dass es zwischen den Schneiden sass, statt darüber. Das war ein früher Hinweis darauf, wie diese Art der KI-Bearbeitung funktioniert: die grobe Struktur stimmt oft, die Details müssen manchmal manuell korrigiert werden. Beim Logo war es dasselbe Prinzip, nur mit mehreren Elementen gleichzeitig.

🎯 Für wen das funktioniert — und für wen nicht

Dieser Ansatz eignet sich besonders für:

  • Bestehende Designs, die kleine Korrekturen brauchen (Textausrichtung, Farbkräftigung, Ebenen-Probleme)
  • Projekte, bei denen die Grundstruktur stimmt, aber Details nicht sitzen
  • Nutzer, die manuelle Präzision scheuen, aber die finale Kontrolle behalten wollen

Nicht geeignet ist er für:

  • Komplexe Neugestaltungen ohne klare Vorlage
  • Szenarien, in denen die KI keine Bildvorlage verarbeiten kann
  • Fälle, in denen jedes Detail millimetergenau sitzen muss (hier bleibt manuelle Arbeit nötig)

Zwei weitere Use Cases, die ich testen werde:

  1. Eine Produktfotografie, bei der der Hintergrund entfernt und ersetzt werden soll
  2. Ein Header-Bild für den Blog, bei dem Textelemente anders platziert werden müssen

Ob das bei diesen Szenarien genauso funktioniert, weiss ich noch nicht. Die Methode — präziser Prompt statt manueller Arbeit — scheint grundsätzlich übertragbar.


📍 Wo ich heute stehe

Der Teil meiner Entscheidung, der von der Technologie getrieben war, könnte sich in den nächsten Monaten verändern, je nachdem, wie Canva AI und ähnliche Tools weiterentwickelt werden. Der Teil, der aus Erfahrung gewachsen ist, verändert sich dadurch nicht. Ich kenne heute meine Abhängigkeiten besser als vor einem Monat und treffe Entscheidungen bewusster, auch wenn sie nicht perfekt sind.

Es ist Ende August, und die Landschaft der KI-Bildbearbeitung bewegt sich schnell. Dass ich jetzt darüber nachdenke und nicht erst in sechs Monaten, ist für mich eine bewusste Entscheidung – die Frage, was von meinem Ansatz nachhaltig ist, lässt sich ehrlicher stellen, solange die Tools noch in Bewegung sind. In einem Jahr, wenn sich einige Funktionen etabliert haben, möchte ich auf diesen Artikel zurückblicken und prüfen, was von meinen Überlegungen hier Bestand hat.

Ich nutze hier bewusst nur Canva und kenne die aktuellen, womöglich sehr viel mächtigeren KI-Funktionen von Photoshop nicht. Vielleicht liest das jemand, der mit professionelleren Tools arbeitet, und denkt: Das ist doch noch gar nichts, was du da tust — Bagatelle. Diese Person hat vielleicht sogar recht. Für meine Zwecke reicht es bisher, und ich würde mich freuen, wenn in den Kommentaren ein paar solcher Funktionen genannt werden, damit ich dazulerne.

Mich würde interessieren, wie du das siehst. Würdest du deine Bildbearbeitungs-Tool-Wahl anpassen, je nachdem, wie sich die KI-Tools entwickeln – oder spielt die technologische Entwicklung für deine Entscheidungen gar keine Rolle?


Über den Autor

Hi! Ich bin Marcel. IT-Projektmanager aus Hamburg und Blogger seit 2018. Ich helfe anderen mit Erfahrungen zu Web-Apps und Cross-Platform-Software. Mehr über mich · Blog unterstützen

Hinweise: Bei den kursiv geschriebenen Wörtern kann es sich um eingetragene Marken oder Firmen handeln (z.B. Apple, Fedora, Google). Die Nutzung erfolgt ausschließlich zu Vergleichszwecken.

Transparenz: Ich nutze KI-Tools (z.B. Proton Lumo, DeepL Write Pro) zur schnelleren Inhaltserstellung und Optimierung. Für Bilder nutze ich Envato Elements und Tools wie Canva, Affinity und GIMP.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert