Browser
Intro
(Heutiger Stand: erst einmal mit Fokus auf Alternativen zu (US)-Big-Tech-Diensten. Diese folgen bald.)
Aus Gründen der Sicherheit und Privatsphäre nutze ich heute je nach Einsatzzweck mehrere Browser und -profile, analog zu PrivacyTests.org (EN):
| Browser | Einsatzzweck | Firmensitz | Open Source | Wo | Engine |
|---|---|---|---|---|---|
| Mullvad Browser | Surfen, Suchen, Recherchieren und Social Media ohne Log-in. | EU | x | Desktop | Gecko |
| LibreWolf | Surfen, Suchen, Recherchieren und Social Media mit Log-in. | Community | x | Desktop | Gecko |
| Ungoogled Chromium | Web-Apps (PWAs) und Online-Banking (anstatt vorerst Brave) | Community | x | Desktop | Blink |
| IronFox | Surfen, Suchen, Recherchieren und Social Media ohne Log-in. | Community | x | Mobil (Android) | Gecko |
| Cromite | Web-Apps (PWAs) anstatt vorher Brave. Gibt es auch für den Desktop. | Community | x | Mobil (Android) | Blink |
| Firefox | Surfen (wenn von Mullvad oder LibreWolf zu viel geblockt wird) | USA | x | Desktop Mobil | Gecko |
| Chrome | Streamen von Videos (z. B. YouTube und Netflix) App-Log-ins etc. (damit nie ein Problem gehabt) | USA | Desktop Mobil (Android) | Blink | |
| Safari | Falls ich mal einen Browser benötige. Ich nutze nur Android zum Surfen. | USA | Mobil (iOS, iPadOS) | WebKit |
Wenn du dich jetzt fragst: „Oh, das sind aber viele!“ „Welchen Browser soll ich jetzt nutzen?“ Das möchte ich dir nicht vorschreiben!
Probiere die Browser aus und bleib bei deinem Favoriten. Ich treibe das Ganze auf die Spitze, weil die Aspekte Sicherheit und Privatsphäre für mich eine große Rolle spielen. Du musst es nicht so „kompliziert“ machen.
Am Desktop: Die Browser Mullvad und LibreWolf basieren beide auf Firefox von Mozilla mit Firmensitz in den USA. Hier kann ich also nicht behaupten, dass ich vollständig auf nichtamerikanische Alternativen umgestiegen bin, weil dies aufgrund von fehlenden Alternativen momentan nicht möglich ist. Man könnte jedoch der folgenden Meinung sein: Das ist immerhin eine Open-Source-Software! Wo ist das Problem? Ferner habe ich für eine Weile Brave (USA) genutzt, aber bin nun erst einmal (am Desktop) auf Ungoogled Chromium umgestiegen und auf den ersten Blick sehr zufrieden damit, obwohl man gewisse Dinge zunächst manuell einrichten muss. (siehe Hintergründe)
Mobil: Unter Android nutze ich nach viel Recherche und einer längeren Testphase IronFox mit Extensions und gelegentlich den Browser Cromite. Den vorinstallierten Chrome nutze ich nur noch selten, falls etwas mal nicht funktioniert (z. B. für App-Log-ins etc.). Wichtig: Firefox ist unter Android etwas unsicherer als Browser, die auf Chromium basieren (Details s. u. in den Hintergründen). Unter iOS nutze ich „gezwungenermaßen“ Safari, weil momentan ohnehin alle anderen Browser darauf basieren. In der EU ist es den anderen Herstellern mittlerweile gestattet, Browser mit ihrer eigenen Engine bereitzustellen. Der Aufwand dafür ist mit Blick auf den Marktanteil und die Tatsache, dass die meisten Benutzer ohnehin nur vorinstallierte Apps (hier Safari) verwenden, jedoch offenbar zu hoch.
Es hat etwas gedauert, bis sich das so bei mir wie hier beschrieben eingependelt hat, und das ist wie immer nicht in Stein gemeißelt. Ich bin immer noch am Grübeln, ob dies der Weisheit letzter Schluss ist. Auch hier: Was nutzt du? Magst du diese vertikalen Tabs im (wie ich finde überladenen) Zen Browser oder nutzt du Chrome für alles?
Hintergründe
Es gibt nun mal keine alternative Browser-Engine aus der EU. Der Browser Ladybird wird von Andreas Kling aus Schweden vorangetrieben. Es ist geplant, dass noch 1–2 weitere Jahre daran geschraubt wird, ehe er erst einmal nur für macOS und Linux freigegeben wird. Die Community unterstützt das Team neuerdings auch dabei, Pakete für Windows bereitzustellen, aber das geht (noch) recht langsam voran.
Die Browser-Engine Blink im Chromium (Open Source unter der Führung von Google) ist wiederum der Kern vieler Browser wie Chrome, Edge und Brave und hat heute weltweit den größten Marktanteil. Ebendarum werden Web-Apps primär dafür optimiert. Der schwedische Mullvad Browser basiert auf Firefox (Engine: Gecko) und ist so stark gehärtet (abgesichert) worden, dass manche Webseiten damit problematisch laufen. „Einen Tod muss man halt sterben“, hat mal jemand aus meinem Bekanntenkreis gesagt. Passt hier auch gut. 😉 (Funktion vs. Sicherheit vs. Komfort)
Da im Browser Ungoogled Chromium, wie der Name schon sagt, viele von Google im Chromium eingebauten „nach Hause-telefonier-Funktionen“ herausgeworfen wurden, kannst du z. B. nicht direkt nach Installation des Browsers Erweiterungen aus dem Chrome Webstore installieren. Dafür sind ein paar manuelle Schritte notwendig, die z. B. im Github-Repository der Chromium-Webstore-Erweiterung [EN] beschrieben sind. Auch dafür habe ich einen Guide auf diesem Blog geplant. Um es mir bei dem Wechsel von Brave auf Ungoogled Chromium zu erleichtern, habe ich die Dateien einfach vom Konfigurationsverzeichnis des Quellbrowsers in das des Zielbrowsers kopiert. Das klappt auch mit Chrome als Quelle, zumindest auf dem gleichen Betriebssystem, wunderbar. Das kann ich nur empfehlen, falls du vor dem gleichen Problem stehst, wie man das am einfachsten macht.
Der Browser Brave stammt ebenfalls aus den USA. Er ist, wenn man ihn richtig konfiguriert, sehr sicher (z. B. wie im Kuketz-IT-Security-Blog beschrieben) und verbessert die Privatsphäre stark. Es gibt jedoch Kontroversen rund um den CEO von Brave (vorher bei Mozilla: hier seine Entschuldigung für „einen Tritt ins Fettnäpfchen“ seinerseits). Auch manche direkt in den Browser eingebaute Dinge wie die Brave-eigene Werbung „Brave Rewards“ und der integrierte Kryptowallet werden von vielen kritisch gesehen. [Wikipedia]
Hast du damit kein Problem, dann hau rein! Brave ist grundsätzlich ein klasse Browser. Im Gegensatz zum Chrome kannst du damit weiterhin uBlock Origin nutzen, falls dir der bereits im Browser integrierte und wirklich gute Werbeblocker, der ähnlich funktioniert, nicht ausreicht.
Erfahrungen
Hier könnte man darüber streiten, ob es sich bei den folgenden Punkten um Erfahrungen oder Hintergründe handelt.
Am Desktop: Der Mullvad Browser, LibreWolf und Ungoogled Chromium laufen unter Linux Mint, macOS und Windows einwandfrei und ich bin sehr zufrieden damit. Cromite ist auch für Windows und Linux (Mint) erhältlich, aber da habe ich momentan keinen Bedarf. Vielleicht teste ich ihn beizeiten, aber momentan bin ich mit Ungoogled Chromium zufrieden.
Mobil: Gleiches kann ich unter Android über IronFox und Cromite (über den alternativen App-Store F-Droid installiert) berichten. Für Android ist Ungoogled Chromium wiederum nicht erhältlich, aber dort bin ich mit Cromite zufrieden. Unter iOS nutze ich Safari einfach zu selten, um mir eine Meinung bilden zu können.
Als Dark-Mode-Fan regt es mich auf, dass man sich beim Mullvad Browser und LibreWolf erst einmal verbiegen muss, um diesen aktivieren zu können, aber viele Webseiten dann weiterhin nicht dunkel dargestellt werden, was jedoch mit dem normalen Firefox wunderbar klappt. Nur eine geringe Anzahl an Menschen nutzt offenbar den Dark Mode auf dem Desktop, und man würde somit aus Privatsphäre-Sicht negativ aus den Massen hervorstechen. [Wikipedia: Fingerprintig]
Bei der Nutzung von Add-ons wie dem Dark Reader sollte man generell sehr vorsichtig sein, da diese sämtliche deiner Webseiteninformationen lesen können. Dennoch habe ich den Reader nun beim normalen Surfen im Internet aktiv, wenn es nicht um sensible Sachen geht. (Für die Experten: ein durch Mullvad gehärteter Firefox und die Erweiterungen uBlock Origin, NoScript, ClearUrls dabei aktiviert. Willst du auch? Auf eigene Gefahr!) Dies ist also eine mögliche Lösung für dieses Problem, falls du das auch so machen möchtest. Kennst du vielleicht eine noch bessere browserinterne Lösung? Einen Firefox-Hack?
Die Beantwortung der Frage „Warum ist der Firefox nicht dein Browser für alles?“ ist eigentlich einen eigenen Artikel wert. „Er ist doch unabhängig von der Region Open Source!“
- Nicht alle Web-Apps laufen damit fehlerfrei, weil diese eher für die Browser-Engine Blink (z. B. im Chromium) und alle davon abhängigen Browser optimiert sind (Marktanteil).
- Er ist nicht so schnell wie Chrome (für mich nur in manchen Situationen problematisch, da oft überhaupt nicht spürbar)
- Er gilt mit den Standardeinstellungen als nicht so sicher, und dies ist hauptsächlich mobil der Fall [PrivacyTests EN] (für mich nur situativ problematisch)
- Er hat auch Flecken auf der weißen Weste beim Datenschutz. Siehe z. B. Netzpolitik, März 2025: „Firefox löscht Datenschutzversprechen.“
- Daher habe ich u. a. sämtliche Telemetrie (hoffentlich) unter „about:config“ händisch deaktiviert.
- Mozilla erhält jedes Jahr mehrere Millionen Dollar von Google, um deren Suche als Standard vorkonfigurieren
- Damit könnte es bald vorbei sein, denn Google steht unter anderem deswegen momentan in den USA vor Gericht.
- Fällt dies flach, sähe es für Firefox noch schlechter aus oder die Lichter gingen ganz aus.
- Quellen dafür siehe z. B.: T-Online, Mai 2025: „Mozillas Abhängigkeit von Google bedroht Firefox-Browser“
- Wenn man von Big-Tech-Unternehmen wie Google loskommen möchte, kommt man also von Höcksen nach Stöcksgen.
- Ja, ich spende sporadisch etwas Geld an die Mozilla Foundation, aber einige der Aktionen, die die Stiftung in den vergangenen Jahren durchführte, sind mir nicht ganz geheuer (z. B. das Hin und Her beim Management, Geschäftsmodell und der Strategie). Ich hoffe, dass wenigstens ein paar Cent der Entwicklung zugutekommen!
- Auch die Managergehälter sind bei dem kläglichen Output an neuen Features der letzten Jahre nicht angemessen.
Über den Autor: Hi! Ich bin Marcel. Hauptberuflich arbeite ich als IT-Projektmanager und lebe aktuell in Hamburg. Neben dem Bloggen reise ich gerne. Wenn ich nicht zu faul bin, treibe ich Sport. Wenn ich mich entspannen will, schaue ich mir gerne Inhalte auf Netflix und YouTube an oder höre SoundCloud und spiele parallel dazu Diablo 3. 🙂

Ich habe diesen Blog im Jahr 2018 gestartet, um über meine Erfahrungen im IT-Bereich zu berichten. Denn ich helfe gerne anderen Menschen. Derzeit bin ich mit keinem Betriebssystem so richtig zufrieden und bevorzuge Software, die überall läuft. Am liebsten als Web-App mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

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