🎬 Adobe Creative Cloud: Cut the cord – auch ich habe es geschafft
Warum ich das Abo gekündigt habe – und was ich an Adobe trotzdem schätze
🌱 Gewohnheit statt Entscheidung

Über Jahre hinweg war Adobe Creative Cloud für mich die selbstverständliche Antwort auf fast jede kreative Aufgabe. Videoclips schnitt ich in Premiere Pro, Bloggrafiken erstellte ich mit Adobe Express und bei PDFs griff ich zu Acrobat Pro – zum Zusammenfügen, Neuordnen oder Bearbeiten von Formularen. Es war kein bewusst geschlossenes Bündnis, sondern das, was sich über Jahre aus Gewohnheit und Zufriedenheit ergeben hatte.
Ich war mehrere Jahre Abonnent und habe die Suite in dieser Zeit intensiv genutzt. Das Abo war immer teuer, aber mit etwas Aufmerksamkeit ließen sich regelmäßig Rabatte finden. Black Friday und ähnliche Aktionen haben mir oft 30 bis 40 Prozent der monatlichen Kosten erspart. Solange die Werkzeuge gepasst haben, war das für mich ein akzeptabler Deal.
Dann kam jedoch der Punkt, an dem ich mich fragte, ob ich das Abo noch weiterführen möchte. Die Frage war nicht neu, diesmal hatte sie aber ein anderes Gewicht.
🧭 Was ich an der Creative Cloud geschätzt habe
Premiere Pro war für mich über Jahre das Schnittprogramm, mit dem ich am schnellsten zum Ziel kam. Der Arbeitsablauf war mir vertraut, die Funktionen deckten alles ab, was ich für meine Videos brauchte, und selbst bei längeren Projekten verhielt sich die Software stabil genug, sodass ich mich auf den Inhalt konzentrieren konnte.
Adobe Express habe ich als Web-App regelmäßig für schnellere Grafiken genutzt. Titelbilder, Vorschaubilder für meinen Blog, kleinere Anpassungen – die Bedienung war unkompliziert und die Ergebnisse stimmten für meine Zwecke.
Acrobat Pro ist wahrscheinlich das Werkzeug, das ich am meisten unterschätzt habe, solange ich es hatte, und das ich am deutlichsten vermisse, seit ich es nicht mehr nutze. PDFs zusammenfügen, Seiten neu sortieren, Kommentare setzen, Formulare ausfüllen – all das ging damit einfach und zuverlässig.
Dann gab es noch Adobe Audition, an das ich mich erst bei der Vorbereitung dieses Artikels wieder erinnert habe. Ich habe es nur gelegentlich eingesetzt, vor allem bei einigen Talking-Head-Aufnahmen für meine Videos, um Störgeräusche zu entfernen. Das war zu einer Zeit, bevor die heutigen KI-Funktionen das auf Knopfdruck in vergleichbarer Qualität erledigen.
Photoshop gehörte weniger zu meinen Favoriten. Das Programm ist zweifellos leistungsstark, für meine Bedürfnisse war es aber schlicht zu komplex. Ich habe es gelegentlich genutzt, kam mit einfacheren Tools aber schneller ans Ziel.
⚙️ Warum ich diesen Weg gewählt habe
Es waren mehrere Dinge, die zusammenkamen und sich gegenseitig verstärkten.
Ich hatte gelesen, dass einige Nutzer Probleme mit der Kündigung hatten – man sollte die Restlaufzeit bezahlen, bevor man kündigen konnte. Auf Reddit und YouTube gab es zahlreiche Beiträge dazu. Später hat die US-Aufsichtsbehörde FTC sogar Klage gegen Adobe eingereicht, da Kündigungsgebühren versteckt und Kündigungen absichtlich erschwert worden sein sollen. Ich habe das Abo gekündigt und die restliche Laufzeit auf einen Schlag bezahlt. Zwei Monate Gebühren auf einmal – viele fanden das eine Frechheit, und es war ärgerlich, aber ich wollte es hinter mir haben. Keine offene Rechnung, keine laufende Abbuchung, kein Hin und Her. Wer sich entscheidet, ein Ökosystem zu verlassen, muss die Konsequenzen tragen, und das gehört für mich zur Ehrlichkeit dieser Entscheidung dazu.
Parallel dazu hatte ich bemerkt, dass ich die Suite weniger regelmäßig nutzte als früher. Bei Grafiken reicht mir heute oft ein einfaches Web-Tool und beim Videoschnitt brauche ich keine tiefen Funktionen mehr. Die intensive Nutzung war vorbei, aber das Abo lief weiter.
Hinzu kam ein weiterer Punkt, der für mich schwerer wog als die Kündigungsgebühren. Adobe hatte Anfang 2024 seine Nutzungsbedingungen geändert. Die neue Formulierung legte nahe, dass das Unternehmen auf Inhalte, die Nutzer in der Creative Cloud ablegen, zugreifen und für maschinelles Lernen verwenden dürfe. Viele Kreative verstanden dies so, dass Adobe damit ungefragt auf unveröffentlichte Arbeiten zugreifen könne, um eigene KI-Modelle wie Firefly zu trainieren. Die Empörung in der Community war groß. Adobe hat die Klausel später geklärt und ausdrücklich betont, dass Nutzerinhalte nicht für das Training generativer KI verwendet werden. Der bittere Nachgeschmack blieb für mich trotzdem, weil die ursprüngliche Formulierung so vage war, dass sie diesen Eindruck überhaupt erst zuließ.
Dazu kam mein genereller Wunsch, mich von großen US-Anbietern zu lösen. Ich war nie ein fanatischer Gegner, aber das Gefühl der Abhängigkeit hat sich mit der Zeit verstärkt. Als My Apps Unleashed seinen Fokus geändert hat, war das für mich ein Anlass, meine Entscheidungen noch einmal zu hinterfragen.
🛠️ Was ich heute nutze
Nach dem Ausstieg habe ich mir neue Werkzeuge gesucht. Nicht alle Lösungen sind perfekt – so wie es die Adobe-Tools auch nicht waren –, aber alle erfüllen ihren Zweck im Alltag.
Für Grafiken, Logos, Hero-Images und Thumbnails meines Blogs nutze ich heute fast täglich Canva Pro. Die Web-App ist für diese Aufgaben schneller und direkter als früher Adobe Express. Ich komme mit weniger Klicks zum Ergebnis, das zu meinem Blog passt.
Für weitergehende Bildbearbeitung verwende ich Affinity Photo. Die Software ist leistungsfähig genug für die meisten meiner Aufgaben und der Einmalkauf statt eines Abonnements war ein Pluspunkt bei der Entscheidung. Mit Canva Business erhalte ich zudem kostenlos Zugang zur Affinity-Suite 3.x und zu weiteren Canva-Funktionen. Dieses Abo ist immer noch viel günstiger als die volle Creative Cloud.

GIMP steht gelegentlich bereit, wenn ich etwas schnell anpassen muss und keine zusätzliche Installation starten möchte. Die Lernkurve ist steiler, aber für kleinere Aufgaben reicht es aus.
Beim Videoschnitt habe ich mich für Final Cut Pro entschieden. Ich hatte die Lizenz vor einigen Jahren gekauft und damit zwei oder drei YouTube-Videos produziert. Damals bin ich aber wieder zu Premiere Pro gewechselt, weil mir der Workflow besser lag. Jetzt besitze ich die Lizenz noch und lerne, die heutige, mächtigere Version zu nutzen. Bevor ich ein neues Abo abschließe, möchte ich herausfinden, ob mir die aktuelle Version besser liegt. Sollte das nicht funktionieren, steht DaVinci Resolve als Alternative bereit – die kostenlose Version bietet bereits viele Funktionen und das Programm wird zunehmend zum Standard. Ob das langfristig die bessere Lösung wird, muss sich zeigen.
⚖️ Wo ich Grenzen sehe
Der Wechsel war für mich etwas leichter möglich, weil ich solo nutze. Das ist eine Voraussetzung, die nicht jeder teilt.
Wenn du mit anderen zusammenarbeitest, die auf Premiere Pro angewiesen sind, wird der Weg komplizierter. Wenn du professionelle Standards brauchst, die nur mit bestimmten Tools erreichbar sind, hast du weniger Spielraum. Ich habe diese Grenzen bewusst in Kauf genommen, weil sie zu meiner Situation passen.
Ein weiterer Punkt ist die Abhängigkeit bei bestimmten Funktionen. Adobe hat in vielen Bereichen KI-Funktionen integriert, die Aufgaben beschleunigen. Für mich funktioniert das heute oft auch ohne Adobe. An manchen Stellen fehlt mir aber die Tiefe, die eine integrierte Suite bietet. Das ist ein Trade-off, den ich akzeptiere.
Acrobat Pro vermisse ich an manchen Tagen. Es gibt Alternativen, aber sie fühlen sich nicht immer so flüssig an wie die Originallösung. Wenn ich eine PDF bearbeite, merke ich das: Ich finde die Funktion, die ich brauche, aber der Weg dorthin ist manchmal länger als erwartet. Das gehört zu den kleineren Unannehmlichkeiten, die ich in Kauf nehme.
🧠 Meine Einordnung
Ich bin kein Adobe-Abonnent mehr und nutze andere Tools, die für meinen Alltag funktionieren. Das bedeutet nicht, dass Adobe schlechte Software liefert – im Gegenteil, viele der Programme sind hervorragend. Für mich war weniger die Qualität der Produkte entscheidend als die Abhängigkeit, die ich eingegangen bin.
Die einen sagen, man käme komplett ohne Adobe aus. Die anderen sagen, es gebe keine Alternative. Für mich liegt die Antwort irgendwo dazwischen und hängt davon ab, in welchem Bereich man arbeitet. Ich nutze heute eine Mischung aus verschiedenen Anbietern: Manche stammen aus Europa, andere haben eine unklare Herkunft, wieder andere sind als Einmalkauf erhältlich, andere als Abo. Ich habe nicht die eine perfekte Lösung gefunden, sondern mehrere, die zusammengenommen meinen Alltag abbilden.
Wenn dir ein einheitliches Ökosystem wichtiger ist, sieht das anders aus. Wenn du wie ich nach Wegen suchst, bestimmte Abhängigkeiten zu vermeiden, kann es ähnlich aussehen. Beides hat seinen Platz.
Rückblickend war die Kündigung des Abonnements der formale Abschluss eines Prozesses, der schon vorher im Hintergrund lief. Ich habe das Abo nur noch weiterlaufen lassen, weil es da war, obwohl ich es kaum noch genutzt habe und meine Prioritäten sich verschoben hatten. Heute kenne ich die Gründe für meine damaligen Entscheidungen, weiß, wo ich Kompromisse eingehe, und bin bereit, diese Grenzen zu tragen, weil sie zu meinem Alltag passen.
Über den Autor

Hi! Ich bin Marcel. 🙂
Hauptberuflich arbeite ich als IT-Projektmanager und lebe aktuell in Hamburg. Neben dem Bloggen als Hobby reise ich gerne. Mittlerweile treibe ich wieder recht viel Sport (Ausdauer und Kraft).
Wenn ich mich entspannen will, gehe ich gerne in den Park. Ich schaue mir Filme auf YouTube und Streamingdiensten an, höre gerne Musik auf Apple Music und spiele parallel dazu Diablo 3. Wenn ich meine Lieblingsreiseregion Asien vermisse und das Fernweh überhand nimmt, bin ich gerne in deutschen Beach Bars im Asien-Style mit vielen Palmen. 🙂
Seit 2018 schreibe ich auf diesem Blog über meine Erfahrungen im IT-Bereich. Denn ich helfe gerne anderen Menschen.
Derzeit bin ich mit keinem Betriebssystem so richtig zufrieden und bevorzuge Software, die überall läuft. Am liebsten als Web-App mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

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Transparenz: Ich nutze KI-Tools (z.B. Proton Lumo und DeepL Write Pro), um Inhalte schneller zu erstellen und Sprache zu optimieren. Für einige Bilder nutze ich Envato Elements im Langzeitabound besitze somit die entsprechenden Medienlizenzen. Das gilt auch für die Erstellung von Logos und Designs mit Canva (inklusive KI-Funktionen), Affinity und GIMP sowie weiteren Open-Source-Tools.
